The Riffs


‘A Heavy Metal Journey Into An Urban Hell Where Everything Was Done Wrong!’


Originaltitel: 1990: I guerrieri del Bronx (1982)
Regie: Enzo G. Castellari Drehbuch: Elisa Briganti, Enzo G. Castellari & Dardano Sacchetti Darsteller: Mark Gregory, Fred Williamson, Stefania Girolami FSK: 18


“Wir sind hier in der Bronx! Wir leben hier wie im Krieg. Das ist die Hölle!“

Hoppe, Hoppe Reiter...

Sie sind wild, sie sind jung, sie fahren auf Totenkopf-Bikes durch die Bronx, tragen Lederklamotten, haben lange Haare und nennen sich ’die Riffs’. Ihr Territorium ist glasklar abgesteckt. Die Polizei hat die Bronx längst aufgegeben, das restliche Viertel teilen sich andere Banden. Doch die Riffs sind die Geilsten, dessen ist sich nicht nur Anführer Trash sicher, sondern auch die neue Mieze, die sich in ihn verkuckt hat. Ann ist die Tochter eines reichen Bonzen, die aus der Schickeria ins Ghetto floh. Jetzt gibt’s Springerstiefel statt Manolo Blahniks, Krätze statt Koks und Nieten statt Nasen-OP. Doch ihr Daddy setzt alles daran, sie aus dem Rattenloch, das die Riffs Heimat nennen herauszuholen. Hammer, ein Auftragskiller extra harten Kalibers, ist genau der richtige Mann für den Job. Doch bevor die Wirkung seiner grobkörnigen Ballermethoden einsetzt, haben schon die ’Zombies’, eine Gang auf Rollschuhen mit weißen Wehrmachtshelmen und Daunen-Westen, zugeschlagen und das Mädel entführt. Um diese Clowns zu kaschen, bleibt Trash nur eine Wahl: Die Riffs müssen sich mit den Pimps von der Tiger-Gang verbünden. Doch um zu diesen zu gelangen, muss der verliebte Knabe erst noch an den Iron-Men, den Scavengers und den Sharks vorbei…

...Wenn er fällt, dann schreit er...

… und an den Jets und Droogs und Warriors nicht?
Nein, die Jungs bleiben in ihren A-Klasse Ghettos und lassen hier ihren italienischen Föhn-Kollegen den Vortritt.
Nicht, dass Regisseur Enzo G. Castellari (’Sinbdad - Herr der Sieben Meere’) nicht versucht hätte, die Originale bis auf’s Blut zu kopieren. Was bei Kubrick und Hill noch bedrohlich bizarr wirkte, ufert hier zu einer albernen Trash-Revue aus, die keine Gnade aber jede Menge Lacher erntet. Oder was hatten die Macher beim Auftreten tuckig geschminkte Cha-Cha-Cha-Dudes erwartet, die zu loungiger Swingmusik mit Gehstöcken wirbeln?

...Macht er an die Kuh...

Ganz groß, wie bei einem Ghetto-Treffen der Banden ein einsamer Irrer auf einem Drumkit rhytmisch herumtrommelt (sowas hab ich mein Lebtag noch nicht gesehn!) oder die Szene, in der die Riffs eines ihrer ’verstorbenen’ Mitglieder (namens Speedy) verbrennen und die Asche im East-River verstreuen (hier wird der Schlagzeuger leider durch eine konventionelle Synthieleier ersetzt).
Mit Vic Morrow (’Message from Space’), Fred Williamson (’Schlacht der Centurions’), Christopher Conelly (’Kilimandscharo’) und George Eastman (‘Die Barbaren’) hat man vier gestandene B-Film-Haudegen zur Hand, die zu keiner Minute vor Over-Acting und protzendem Machismo zurückschrecken. Gegen so viel Testosteron stinkt der tuntig angehauchte ’Trash’-Darsteller Mark Gregory (’Thunder’) zwar etwas ab, aber sich über den Mangel an darstellerischen Glanzleistungen in einem Film wie ’The Riffs’ zu beschweren, wäre albern.

...Kriegt er's mit dem Schuh!

Ergänzt durch pseudo-harten Street-Talk (“Hey Mann, lass die Kacke im Arsch!“), reißerische Outfits (Hakenkreuze galore) und Gewalttaten jenseits der Geschmacksgrenze, die in einem blutig-feurigen Action-Finale bis zur Spitze getrieben werden, ergibt sich ein wunderbar sleaziger Ghetto-Reißer, dem man (das nötige 80er-Italo-Zwirn-Verständnis vorausgesetzt) einfach nicht böse sein kann, sondern auf dessen ’Sehenswürdigkeiten’ man sich einfach einlassen sollte.


Hudson