Die Grube des Grauens


"Jamie wouldn't kill anyone...unless Teddy told him to!"


Originaltitel: The Pit (1981) Regie: Lew Lehman Drehbuch: Ian A. Stuart
Darsteller: Sammy Snyders, Jeannie Elias, Sonja Smits FSK: 18


Jamie Benjamin (Sammy Snyders) ist eindeutig ein Problemkind.
Niemand scheint den Zwöljährigen leiden zu können. Er bespannt die alte Nachbarin, klebt Köpfe seiner Lehrer auf pornographische Bilder und sein einziger Freund ist sein Teddybär, der ihm beunruhigenderweise auch mit Rat und Tat (also in Jamies Kopf sprechend) zur Seite steht.

Futter für die Troblodogs.
Auch seine Eltern kommen nicht wirklich an den Jungen heran und so engagieren sie das Kindermädchen Sandy (Jeannie Elias), die sich von nun an um ihn kümmern soll. Natürlich testet Jamie auch sie erst aus, verknallt sich aber bald in die junge attraktive Dame.
„Sie ist nicht wie die anderen, Teddy…leider hat sie einen Liebhaber!“ gesteht Jamie seinem Freund, der dauraufhin meint: „Nun, dann ist sie es wohl auf die wir gewartet haben!“
Aber Jamie hat auch noch ein weiteres Geheimnis. Tief im Wald vor der Stadt hat er eine versteckte Grube gefunden, in der prähistorische Wesen, die Troblodogs, leben. Mit ihnen ’freundet’ sich der gestörte und von seinen Mitmenschen geächtete Junge an und beginnt auch, sie mit Fleisch zu füttern. Doch das wird bald zu kostspielig.
Da kommt ihm (wieder einmal durch Teddy) die Idee, endlich seine Rachgelüste an den menschlichen Peinigern auszuleben.

Ein Bett im Maisfeld?
Ob Gesellschaftskritik, die Probleme des Erwachsen werdens, Schuld und Verantwortung oder Schizophrenie, der Film geht tiefer, als man es seinem Titel zutrauen möchte. Und man fragt sich, ob das alles von Regisseur und Autor auch tatsächlich genau so gedacht war. Aber auch sein einzigartiger und sehr skurriler Humor macht den Film sehenswert. Die Szene etwa, in der Jamie versucht, eine Kuh in die Grube zu locken, zählt wohl zum witzigsten, was je in einem Gruselfilm gezeigt wurde. Ebenso seine anderen Lock-Versuche (Nebenbuhler, Oma im Rollstuhl), die von alberner Stimmungsmusik begleitet werden.
Sammy Snyder spielt den gestörten Jamie dabei herrlich finster und unberechenbar und bei seinen Konversationen mit Teddy und den Troblodogs geben sich Schrecken und Humor die Klinke in die Hand („Macht’s gut, wenn mir noch jemand einfallen sollte, bring ich ihn her!“).
Jamie wurde vom Opfer zum Täter und spielt seinen ehemaligen Peinigern den bösesten Streich ihres Lebens.
Die Troblodogs oder Troglodobs (darüber werden sich Wissenschaftler wohl noch in Jahrzehnten streiten) sind mehr als dürftig gestaltet, was dem Film in den ersten beiden Dritteln nicht weiter schadet. Als jedoch die Trogs zum Ende hin zur wirklichen Bedrohung für die Stadtbevölkerung werden, verkommt der Streifen ein wenig zum üblichen Monster-Horrormurks, der auch noch durch holzhammer-artige Musik verschrillt wird. Gottseidank ist diese Episode schnell überstanden und uns steht eine grandiose Pointe ins Haus, die sich gewaschen hat.

Ohne Worte...

’Die Grube des Grauens’ ist eine recht billig gemachte, aber äußerst spannende, mit gesellschaftskritischen Ansätzen und schrägem Humor versehene Gruselgroteske, die ihren Effekt am offenherzigen Zuschauer kaum verfehlen wird.

Hudson