Das Orakel


‘Jennifer was desired, then seduced
... now the horror begins.’


Originaltitel: The Oracle (1985) Regie: Roberta Findlay
Drehbuch: Lee-Allen Richardson & Lee-Allen Richardson
Darsteller: Caroline Capers Powers, Roger Neil, Pam La Testa FSK: 18


Ouija war gestern.
Preist die Geisterpfote!
Nachdem das alte Hutzel-Medium Malatesta in ihrer Wohnung unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, ziehen Jennifer und ihr Mann Ray in die Butze ein und übernehmen gleich noch einige Gegenstände aus der übersinnlichen Habe der alten Frau. Darunter ist auch eine Planchette, eine federführende Geisterhand, die Botschaften aus dem Jenseits notieren kann. Quasi der Anrufbeantworter des Todes. Das Ding muss natürlich schnellstmöglich im Kreise der Freunde ausprobiert werden, doch nur Jennifer scheint als echtes Medium für die Stimmen aus dem Totenreich zu taugen. Ein Geist nimmt Besitz von ihren Gedanken und furchtbare Dinge ereignen sich in Jennifers unmittelbarer Umgebung. In ihrer Wohnung poltern die Einrichtungsgegenstände, der Hausmeister verstümmelt sich selbst zu Tode und Visionen von der Ermordung des industriellen Graham plagen unsere junge Protagonistin. Bald muss sich Jennifer nicht nur mit den Geistereien der Planchette, die sie zur Aufklärung des Mordes zwingen will, sondern auch mit einem geistesgestörten Frauenkiller herumschlagen…

Wer würde sich dabei
NICHT zu Tode erschrecken?


“Dorothy, kann ich sie haben, bevor ich sie töte?“
“Nein. Du perverser Psychopath.“
“Hö?“
“Wir bringen sie ins Lagerhaus.“
“Und da krieg' ich sie, ja?“

Okkult Horror, Murder Mystery, Geisterspuk, Slashereien, Monsterquark. Es gibt einiges zu überstehen bei ’The Oracle’, einem wilden und reichlich trashigen Genre-Mix von Porno-Regisseurin Roberta Findlay (’Fantasex’).
Schauerlich gestelzte Dialoge und ein Plot, der mehr abbeißt, als der Film kauen kann, treffen auf einige ekelige Selbstverstümmelungs- und Brutzelsäure-Effekte und werden ergänzt durch furchtbare ’Gleich wird’s schaurig, hol mal einer die Synthie-Quietsche und den angetrunkenen Drummer raus’-Musik.
Die überforderten Darsteller bekleckern sich lediglich mit FX-Sülze, das mit dem Ruhm bleibt echten Schauspielern vorbehalten. In Erinnerung bleibt hier nur der psychopathische fette Sleaze-Killer mit abartiger Fistel-Synchro, der an eine (noch) widerliche(re) Version des dicken Matt Lucas aus ’Little Britain’ erinnert.

BOW DOWN TO THE AXEMAN!
(not to be confused with the X-Men!)

’The Oracle’ legt zwischendurch ein viel zu gemächliches Tempo an den Tag und lässt die Auflösung am Ende in einem wüsten Tohuwabohu aus dummbatzigem Geröhre und selten kruden Effekten verpuffen. Selbst wenn man sich für schräge Okkultfilmchen interessiert, ist die olle Ouija-Geisterpfote bei weiten kein Muss. Der Autor des Films heißt übrigens R. Allen Leider, was ich wie ein braver Junge unkommentiert lasse.


Hudson