The Last Winter


‘The arctic tundra has been frozen for centuries ...and so has what lies beneath.’


Originaltitel: The Last Winter (2006)
Regie: Larry Fessenden Drehbuch: Larry Fessenden & Robert Leaver
Darsteller: Ron Perlman, James LeGros, Connie Britton FSK: ungeprüft


Filme die im ewigen Eis spielen sind nicht nur meistens weiß, sondern auch mit interessanten Botschaften und Charakteren bestückt, die auf die eine oder andere Weise ihre Grenzen ausloten. Beste Beispiele sind John Carpenters ’The Thing’ und das koreanische ’Antarctic Journal’.

Ja wo laufen sie denn?

In ’The Last Winter’ geht es um die Mannschaft einer kleinen Forschungs-Station die für einen großen Ölkonzern potentielle Standorte für Ölplattformen erkunden sollen.
Ron Perlman spielt den herrischen Leiter Pollacks der alles im Griff hat, bis Gutachter Hoffman (James LeGros) auftaucht und unangenehme Schlüsse für das Projekt zieht. Doch Hoffmans Gutachten und seine Beziehung zu Pollacks Mitarbeiterin Abby sind bald die kleinsten Probleme für die Mannschaft.

Gestatten: Fürst Pückler
Denn da draußen lauert etwas im Schnee. Etwas Ungreifbares, das nach Klimawandel und jahrelangem Schindluder mit der Umwelt aus dem Schnee erwachte und nun Rache an dem Menschen nimmt. Unerklärbare Ereignisse häufen sich, nach und nach drehen die Crewmitglieder durch, bis es am Ende ums Überleben geht…
Die einzige Grenze, die in ’The Last Winter’ ausgelotet wird, ist die Grenze meiner Geduld. Der stark ökologisch angehauchte Mystery-Thriller im ewigen Eis wurde beworben als Vehikel mit 'The Thing'/'Alien' Stimmungs-Anleihen. Und recht bald ist man enttäuscht, dass hier recht wenig in dieser Richtung geboten wird. Ein wenig später ist man noch enttäuschter, dass hier allgemein recht wenig geboten wird. "Passiert jetzt endlich mal was!?" war die allgegenwärtige Frage im Kinosaal.
’Wendigo’-Regisseur Larry Fessenden gelingt es einfach nicht, die übernatürlichen Geschehnisse mit der Handlung und den Figuren zu verbinden. Die 'Auflösung' (an Ermangelung eines passenderen Wortes) ist ein Reinfall, die 'Überraschung' am Ende vorhersehbar. Ron Perlman schnauzt sich mit gewohnter Alphamännchen-Mentalität durch's Eis. James LeGros übt sich im ’hilflos Dreinschauen’. Die übrigen Darsteller verschwinden unter Bartfrost, dicken Kapuzen und Red-Shirt-Charakter.

Echt jetzt! Wo laufen sie denn hin?

'The Last Winter' macht den Eindruck eines anderthalbstündigen Setups für einen Film, der einfach nicht kommt. Optisch beeindruckend, aber erzählerisch unbefriedigend bleibt der Film letztlich so weiß und leer wie seine Schneelandschaften. Lieber ’Antarctic Journal’ schauen!




PS: Achtung Spoiler. Inviso Text: Beschissene Geister-Elche läuten die Apokalypse ein? Das ist es? Echt jetzt?

Hudson