Jäger der Apokalypse


‘The Most Horrific War Movie Ever Made!’


Originaltitel: Ultimo cacciatore, L' (1980) Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Gianfranco Couyoumdjian & Dardano Sacchetti
Darsteller: David Warbeck, Tisa Farrow, Tony King FSK: 18


“Sie hassen den Vietcong.“
“Ich habe keine Zeit sie zu hassen. Ich töte sie.“

NAAAAAAAAAAAM!!!
Captain Morris (David ’Beyond’ Warbeck) bekommt von seinen Vorgesetzten
(“…vollgefressenen Wichsern, die in Saigon mit Geheimbefehlen um sich werfen.“) den Auftrag, einen Sender ausfindig zu machen, der inmitten des vietnamesischen Dschungels kriegsfeindliche Propaganda in die Ohren der G.I.s pflanzt. Mit ein paar Kameraden und der Kriegs-Fotografin Jane (Tisa ’Woodoo’ Farrow) robbt er durch die grüne Hölle bis zu einem Camp, in dem die Soldaten schon jegliche Illusion und Hoffnung verloren haben. Nach einem vernichtenden Angriff durch den Vietcong wird die Einheit aufgerieben und Morris und Jane landen in der Kriegsgefangenschaft. In ihrer Not bleibt ihnen nur eine letzte Chance: Wer zuerst ’Die durch die Hölle gehen’ ruft, hat gewonnen.

Wenn der andere jedoch gelichzeitig ’Apocalypse Now’ schreit, muss die Runde wiederholt werden, bis die Liste der Filme abgearbeitet ist, die Antonio Margheriti (’Indio’) in seinem Krieg-Exploiter verwurschtet hat. Wer hier nach Anspruch sucht, der kann suchen, bis er camouflage-grün wird. Stattdessen gibt es eine beinahe willkürliche Aneinanderreihung reißerischer Vietnam-Krieg-Klischees:

Auf die Körperhaar-Rasur
hätte er warten sollen,
bis der Krieg vorbei ist.
Opiumgetränkte Bordellbesuche, überforderte G.I.s am Rande des Nervenzusammenbruchs, tieffliegende Helikopter, ein schwarzer G.I. namens Washington (“They call me Wash!“), Dschungelfallen, in Babytücher gewickelte Wurfbomben, Rückblenden-Idylle und Worthülsen vom Kaliber “Lassen sie mich einfach hier, ich werde schon durchkommen.“ … You name it, they have it.
Packt noch eine Kriegs-Fotografin mit hinein, die vor der Kamera Sätze wie “Nie werde ich verstehen, waum Menschen aufeinander losgehen, sich beschießen und mit Bomben beschmeißen!“ ablässt und engagiert John Steiner (’Sinbad – Herr der Sieben Meere’), als dem Wahnsinn naher Lagerkommandant, dessen ’Lieblingsmusik’ Gefechtsgeräusche aus dem Grammophon sind, und ihr habt einen Streifen, der pure Action-Unterhaltung bietet und sich des Message-Nonsenses nur plakativ bedient. Nämlich so:
“Amerikanische Soldaten, wir würden euch gerne in unserem Land begrüßen, aber nicht als Besatzer, sondern als Touristen!“

Heiss

Blut, Schweiß, Rauch und Schwachsinn. Im Kugelhagel dieses Exploiters gibt es nichts, was ein hülsenstemmender Nam-Prolet nicht rülpsend absegnen würde. Unter allen, von mir bisher gesichteten Italo-Warfare-Flicks der unterhaltsamste.


Hudson