The Dark


‘After fear...beyond terror...there is THE DARK!’


Originaltitel: The Dark (1979) Regie: John 'Bud' Cardos & Tobe Hooper
Drehbuch: Stanford Whitmore
Darsteller: William Devane, Cathy Lee Crosby, Richard Jaeckel FSK: unbekannt


Da erzählt uns das Texttafel/Voice-Over im Prolog zu ’The Dark’ doch tatsächlich, wie viele Welten es im Universum gäbe und dass nicht alle Bewohner dieser Welten friedlich seien. Und der eine oder andere frisch unter’m Felsen hervorgekrochene Hippie, der sich 1979 ins Kino verirrte, hätte diese Aussage für einen ’Massive Spoiler’ halten können.

Hey, wenn Angelo Rossitto mitspielt
kann's doch nich komplett beschissen
sein... oder? Doch, ich fürchte schon.
’The Dark’ handelt von einem dieser unfriedlichen Wesen, einem zwei Meter Alien, das orange-farbene Laserblitze aus den Augen schießt und nach der ersten (von zu vielen) Stalking-Szenen seinem ersten Opfer (Paris Hiltons Mama Kathy Richards) den Kopf abreißt. Die Polizei (u.a. Richard Jaeckel) und der Vater der jungen Dame (William Devane) setzen auf eigenen Wegen alles daran, den Mörder zu finden und kommen sich dabei gegenseitig ins Gehege. Derweil mordet Alien-Atze munter weiter, inspiriert Polizei-Forensiker zu wilden Theorien (“Zombie? I don’t wanna hear that word again!“) und veranlasst die Presse, die dem Killer den Namen ’The Mangler’ gibt, zu öffentlichen Diskussionen, was wiederum die Bevölkerung zu divers dämlichen Ausschreitungen bewegt.
Erst als sich die Reporterin Zoe und das Medium De Renzy, die zufälligerweise weiß, wen das Biest als nächstes töten wird, auf die Spur des Killers heften, scheint die investigative Mischpoke den Hauch einer Chance zu haben…

“Oh, screw the mumbo jumbo and demon talk, ok?“

“Was ist ’The Dark’?“, fragte ich mich oft, wann immer der Film in diversen Listen, Trailern oder Diskussionen auftauchte. Man möchte meinen, dass ich nach tatsächlicher Betrachtung des Filmes schlauer bin. Doch weit gefehlt. ’The Dark’ ist eine aus diversem Genre-Holz gezimmerte und völlig unidentifizierbare Masse, der man bald schon anmerkt, dass hier inmitten der Produktion sowohl Regisseur, als auch Konzept ausgetauscht wurde.

Brenn ab den Scheiss.
Braucht eh keiner mehr.
Tobe Hooper (’Poltergeist’) gab an John ’Bud’ Carlos (’Mörderspinnen’) weiter und nachdem ’The Dark’, der ursprünglich als Zombie/Slasher-Streifen angedacht war, vom Publikum in Testvorführungen schlecht aufgenommen wurde, münzte man den Käse kurzerhand mittels billiger Trickeffekte in den ’Alien Factor’-Zustand um. So oder so bleiben die Motive des Anorak-Aliens letztlich im Dunklen. Womöglich heißt der Film auch deswegen ’The Dark’. Im Kostüm des Monsters steckte übrigens John Bloom, der schon in Al Adamsons ’Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein’ und ’Brain of Blood’ stöhnende Hünen zum Besten gab. Ebenfalls aus ’Brain of Blood’ mit dabei: Angelo Rossitto in einer Minirolle (no pun intended) als Zeitschriftenverkäufer. Eigentlich witzlos, aber amüsant. Drumherum scharwenzeln eigentlich begabte Akteure wie William Devane (hier im unpassenden Hippie-Look) und Riachard Jaeckel (’Panik in der Sierra Nova’) durch endlose Diskussionsbeiträge. Außerdem gibt es einen Cameo des späteren ’Miami Vice’ Stars Philip Michael Thomas, als Jive Talkin’-Gangsta.
Was bleibt, sind Verfolgungen durch dunkle Gassen, zu denen recht stimmige Musik durch albernes Spuk-Geflüster aus dem Off versiebt wird und ein prankender Knödel-Riese mit ausgestreckten Armen ganze Wände einreißt und Zeichentrick-Strahlen des Todes aus den Augen schießt.

"Devane? Was machst du denn hier?"
"Ich mach hier den Laberaffen."
"Aber dafür haben die mich doch angestellt!"

“A shark is known as an eating machine, correct? What we have is a killing machine.”

No, Sir. What we have here is a shitstorm. ‘The Dark’ ist Quark. Und wenn der drangepappte Abspann auch so lächerlich ist wie der ganze Rest, so beschreibt er das Geschehene doch passender, als jede Kritik: “An encounter for which [mankind] has no understanding or explanation.“



PS:


Hudson