The Dark


‘It Will Consume You’


Originaltitel: The Dark (1994)
Regie: Craig Pryce Drehbuch: Robert C. Cooper
Darsteller: Stephen McHattie, Scott Wickware, Brion James FSK: 16


’Ratten von außergewöhnlicher Größe’ gibt es, das weiß ich, das weißt du, das weiß Müllers Kuh. Aber eine Riesenratte, die unterhalb eines Friedhofs von frischen Leichen nascht, das klang neu und das wollt ich sehn.

We proudly present:
Den Arsch der Welt
Damals: Es war einmal ein alter Friedhof, auf dem zwei FBI-Bullen durch die sauber gepflanzten Büsche schlichen und etwas jagten. Dieses Etwas war ein riesiges Nagetier, eine Ratte. Wissenschaftler Hunter, der ebenfalls auf dem Friedhof verweilte und den Verlust seiner Frau mit Hilfe einer Flasche feinstem Rachentöter verarbeitete wurde Opfer einer Kugel aus der Dienstwaffe des FBI-Mannes Buckner (Brion James), die dieser abfeuerte, nachdem sein Partner vom Nager auf ganz profane Art verspeist wurde. Doch Sekrete, die das Tier auf dem Wissenschaftler ’hinterließ’ brachten dem Mann eine schnelle Heilung. Fortan waren beide Männer, Buckner und Hunter auf der Suche nach der Ratte. Der eine aus Rache, der andere aus wissenschaftlicher Neugier.
Heute:(Ex)Cop (mit Hilfe einer Waffe) und Wissenschaftler (mit Hilfe einer Kellnerin) sind mittlerweile ganz dicht auf der Spur des Biestes. Ihre Rivalität wird durch neue Figuren (Sherriff, Deputy & 2 Grabschaufler) nur noch verstärkt und Bruckner stellt sich als die wahre Bestie heraus…

“Vielleicht ist es auch ein Alien!“
“Wir haben durch Tests festgestellt, dass es DNA hat und folglich ist es von der Erde.“

Schade, die Idee klang nett. Riesenratte macht Friedhof von unten unsicher und wird von FBI-Mann Brion James und einem konkurrierenden Wissenschaftler gejagt.

Splinter!
Wie so oft ist die Formel dann aber wieder einmal viel effektiver gewesen, als das Experiment selbst, das ich hiermit für gescheitert erkläre.
’Ein Gruselschocker der Extra-Klasse! Mit perfekten Special-Effekts.’ Das kennen wir von VHS-Klappen und wir wissen auch, dass wirklich tolle Filme auf diese Art Werbung meist verzichten (können). Es gruselt nix, es schockt nix und Klasse ist schon gar nicht vorhanden.
Das ganze ist so lahm inszeniert, dass man nebenher locker ’Die Rättin’ lesen könnte und trotzdem nix verpassen würde. Die rattigen Effekte sind trashig amüsant und neben Brion James auch der einzige Grund, sich diesen Film eventuell, unter ganz speziellen Umständen, wenn’s denn sein muss und Not tut anzuschauen. Mit James hat man hier natürlich einen der schauspielenden Bösewichter schlechthin gepachtet. Der Mann zieht wie immer ordentlich vom Leder und gestaltet seine Rolle grimmig genug, um wenigstens für a bisserl Gaudi zu sorgen. Da alle anderen Darsteller in diesem Schundstück aber entweder durch humorlose Sprüche nerven (die Totengräber), stoisch umherglotzen (der Wissenschaftler, der für einen Protagonisten auch noch höllisch unsympathisch ist) oder wie überflüssiges Rattenfutter wirken (der ganze Rest), bringt das leider auch keinen Extrapunkt.

Das Licht am Ende jedes Tunnels: Brion James

Fazit: Belangloses Monsterfilmchen mit Randnotiz-Charakter und trashiger Riesenratte, aber ohne jeglichen Biss, Pepp oder Fez. Brion James glänzt, die Spannung schwänzt und auch Logik, Humor und Originalität machen sich ’nen Lenz.


Hudson