The Bite


‘The first bite is the deepest.’


Originaltitel: Curse II: The Bite (1988)
Regie: Frederico Prosperi Drehbuch: Frederico Prosperi & Susan Zelouf
Darsteller: Jill Schoelen, J. Eddie Peck, Jamie Farr FSK: 18


Wenn Botox nachlässt
Das kommt davon, wenn man nicht auf den Kautaback spuckenden Hillbilly-Joe von der Outback-Tankstelle™ hört. Das junge Pärchen Clark und Lisa fährt geradewegs ins Unheil, vorbei an der Yellow Sands Nuklear Basis und über einen riesigen Haufen, sich in der Sonne suhlender Schlangen. Eines der Biester schafft es per Anhalter mit zum nächsten Truckstop, wo sie Clark zum Dank kräftig in den Arm beißt. Autsch, aber halb so wild, denn zufälligerweise lungert ein Schlangenbiss-kundiger Geschäftsmann in der Gegend herum, der ihm gleich eine Spritze mit Antiserum verpasst. Leider ist es das falsche Zeug und Clarks Arm verwandelt sich in eine Schlange, deren Lust auf kraftvolles Zubeißen der junge Mann nicht unter Kontrolle bekommen kann. Da hilft letztlich nicht einmal mehr das Abhacken der Extremität etwas. Die Schlange wächst nach und Clark über den Kopf…

“Es ist nicht Gott, der das Unterste nach oben kehrt. Es ist der Mensch, der Bomben schafft.“

Wohl gesprochen, Herr Tankstellen-Fachangestellter, doch leider ist ’The Bite’ alles andere als bombig, sondern nur ein träge vor sich hinschlängelnder Tierhorror-Mutanten-Klapper-Schlapper-Schlangen-Mumps ohne nennenswerte Höhepunkte.

Snakes in the Rain
Die beiden Hauptdarsteller bekleckern sich kaum mit Ruhm. Jamie Farr (’Auf dem Highway ist wieder die Hölle los’) als plappernder Kurpfuscher ohne Hosen und Bo Svenson (’In einem Königreich vor unserer Zeit 2’) als dämlich grinsender Sheriff mit Nasenpflaster versuchen es zumindest.
Wer fiese Schlangenarm-Angriffe im ’Snakemen’-Style erwartet, muss sich bis zum letzten Drittel gedulden. Bis dahin erfolgen die Attacken meist durch eine mit Mullbinden umwickelte Hand, was dann aussieht, als würde Murdoch vom ’A-Team’ mit seinem ’Mr. Socky’ Menschen anfallen. Später haut dann der Mutations-Hammer kräftig zu. Da werden ganze Unterkiefer abgeschraubt, eine meterlange Zunge wickelt sich um die Gurgel eines verrückten Christen und der umgekrempelte Clark kotzt eimerweise Babyschlangen aus. Dieses einigermaßen effektvolle Glotter-Finale ist dann auch das einzig nennenswerte, das man von ’The Bite’ mitnehmen kann und das gilt (wie meist in diesen Gefilden) auch nur für Hinz und Kunz aus dem Vorstand der Trash-Partei.

“Die Buschmeister. Die größte Schlange der westlichen Hemisphäre.“
“Westliche Hemisphäre? Was tut sie dann hier?“
“Das hier ist die westliche Hemisphäre!“

Angriff der Killersportsocke!

Hätten die Macher ihrer Bodypart-Obsession-Glibber-Chose eine Prise Humor verpasst und nicht alles auf tödlich seriös getrimmt, könnte man diesem Genre-Durchschnitt at its durchschnittlichst vielleicht etwas abgewinnen. Ausflüge in die Kategorien ’Besessene Körperteile’ und ’Tierische Mutationsorgien’ gibt’s woanders auch in ’Gut’. Aber das wisst ihr ja wahrscheinlich selber, nech!?


Hudson