The Being


‘The ultimate terror has taken form’


Originaltitel: The Being (1983) Regie & Drehbuch: Jackie Kong
Darsteller: Martin Landau, Marianne Gordon, Bill Osco FSK: 18


Oster-Monster-Horror? Da denkt der Fachmann sofort an ’Critters 2’, doch auch ’The Being’ spielt zur eirigen Jahreszeit, hat ebenfalls eine fiese Kreatur am Start und… nee, hier hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Denn ’The Being’ ist nicht halb so ulkig wie der Film mit dem ’Telegrafenfritze’ und bei Weitem auch nicht so unterhaltsam.

Alien in der Grube saß und schlief

Die Entstehungsgeschichte des Biestes wird kurz angeschnitten: Radioaktives Material wird in der Gegend um das Kuhkaff Pottsville, Idaho ’gelagert’(sprich in die Gewässer gepumpt) und das hat man jetzt davon. Immer mehr Leute verschwinden unter mysteriösen Umständen (einer wird sogar im Autokino bei einem Monster-Movie direkt aus der Karre gezogen.
Uuuuh get that tongue outa your cheek!) und Sheriff Lutz ist erst einmal ratlos, bis er dem Vieh schließlich persönlich begegenet. Seine Warnungen werden vom extra eingefahrenen Radioactive Security-Onkel (gespielt von Martin Landau, der brauchte wohl Geld) und dem Bürgermeister der Stadt (gespielt von José Ferrer, der hat sicher auch keine bessere Ausrede) in den Wind geschlagen. Der Grund ist so genre-üblich, wie hanebüchen: Pottsville ist die Kartoffel-Hauptstadt Amerikas und niemand will die bevorstehende Ernte durch Gerede über ein radioaktives Monster gefährden…

“I get you, you son of a bitch. Haaaaaaaaaaaaa YOU’RE GOING DOWN!”

Terror bis die Plomben platzen
Ich muss immer dicke grinsen, wenn ich Filme wie ’The Being’ sehe. Gut gemeint, schlecht gemacht und zwischendurch immer wieder eine Szene, die dem ewigen Hinhalten etwas Unterhaltsames zwischen die Speichen wirft. Hier sind es die Auftritte von Martin Landau, der selbst dem letzten Müll noch so etwas wie Standfestigkeit verleihen kann.
Das Monster selbst ist zunächst nur als hüpfender, kriechender und springender Schleimklumpen zu identifizieren und erweist sich später bei genauerer Draufsicht als schamloser ’Alien’-Klon (komplett mit Dauersabber, aber mit Auge und aus sichtbarem Weichgummi). In Sachen Grinse-Spaß hält ’The Being’, wie oben bereits erwähnt, die wahrscheinlich lächerlichste aller ’Wir dürfen keine Panik machen, weil das dem Geschäft schadet’-Ausrede bereit. Genau, Kartoffeln. Ich zitier mal kurz:

“But if this thing is actually killing people, why does the Mayor keep it quiet?”
“Potatoes.”
“Potatoes?”
“Around here that means big money.”

Yeah, big money, Gs!

"Aaaargh noch 12 verdammte Jahre bis zum Oscar!"

Was genau sich die Filmemacher bei solchem Stuss denken, soll wohl für immer am Rande der Erklärungsnot verborgen bleiben. ’Blood Diner’-Regisseur Jackie Kong hat ja später noch bewiesen, dass er es besser kann, wenn er sich nur auf die albernen Elemente beschränkt.
Die Formel dieser Art von Monsterschinken ist mittlerweile genau so ausgelutscht wie die der Slasher und Tierhorrorfilme. Möglicherweise hat das damals in den Drive Ins und Bahnhofskinos funktioniert (während man beim Fummeln war und sich nicht auf den Streifen konzentrieren musste oder so), aber es gibt keinen Grund, sich so etwas wie ’The Being’ heute noch anzuschauen. Außer vielleicht, um andere davor zu warnen (das ist meine Entschuldigung) oder weil man sich die ganze Eighties-Genre-Würstchenkette auf Zwang reinziehen muss. Bis zum Tod. Hard Core. Nee, Leute, muss nich sein.


Hudson