The Arena


‘See wild women fight to the death!’


Originaltitel: The Arena (1974) Regie: Steve Carver & Joe D'Amato
Drehbuch: John William Corrington & Joyce Hooper Corrington
Darsteller: Margaret Markov, Pam Grier, Lucretia Love FSK: unbekannt


Lange vor dem Barbaren-Boom erkannte ein gewiefter Geschäftsmann und leidlich guter Filmemacher namens Roger Corman, dass es dem Publikum hin und wieder nach Blut, Brüsten und Schwertern verlangte.
Corman bediente sich beim, in der Vergangenheit populären Sandalen-Film des italienischen Kinos und mischte Elemente des gerade eben aufkommenden Exploitation-Hypes dazu. Will sagen: Frauen im Knast, nackte Haut, Sex (freiwilliger und unfreiwilliger Art), Cat Fights, blutige Wunden, miese Mannsbilder und natürlich Pam Grier, die mit ’Coffy’ gerade so etwas wie ein Star der Szene wurde.

Unglaublich aber wahr: RÖMER GREIFEN HIPPIES AN!

Worum es geht, wollt ihr wissen?
Es geht um die Wurst. Die Wurst ist Herrscher einer kleinen römischen Provinz irgendwo im Outer Rim, nennt sich Timarchus und hat eine Barbie-Variante des Kollosseums am laufen, in der Tag für Tag Mann gegen Mann antreten muss. Timarchus neueste Eroberung sind die keltische Druidin Bodicia und die nubische Power-Braut Mamawi, die seinen Gladiatoren als unfreiwillige Huren dienen sollen. Nach einem waschechten Küchen-Catfight unter den Damen entscheidet man, dass es dem Pöbel sicher gefallen würde, wenn die Herzchen so etwas auch in der Arena abziehen würden. Zuerst sind Bodicia, Mamawi und ihre Gefährtinnen froh, nicht mehr nur zum sexuellen Vergnügen der Gladiatoren herhalten zu müssen, doch als sie sich auf Leben und Tod gegenüber treten müssen. Ändert sich ihre Meinung schnell. Jetzt kann sie nur noch eine Flucht vor dem Gröbsten retten…

’Frauen in Ketten’ war gestern.
Heute gibt's ’Frauen in Schleppen’

Zuerst wurde ich mit ’The Arena’ überhaupt nicht warm. Die Kulissen waren sogar unter dem typischen Corman-Standard, die Story war nicht ansatzweise auszumachen und vor allem das miese Schauspiel machte einen steten Blick auf die Glotze beinahe unmöglich. Ja so warn’s die alten Römersleut: Barbarisch, notgeil, blutlüstern und dumm bis unter die Toga. Illustre Figuren wie der grunzende Septimus, der schwule Pricium und der wahnsinnige Timarchus beherrschten das Bild in den Provinzen und halbnackte Weiber mussten erst die Gladiatoren befriedigen und dann selbst in die Arena.
Dass ein Gladiator in der Nacht vor dem Kampf seinen Sexual-Trieb noch ausleben durfte, halte ich sowieso für ein Gerücht. Nicht, dass ich fundiertes Wissen über die Epoche vorweisen könnte, aber schon Rockys Trainer sagte: “Bumsen macht die Beine schlapp.“

Kitchen-Catfight
Abgesehen von den Hauptdarstellerinnen sind hier nur italienische Schmier-Chargen unterwegs und nein, das ist keineswegs niedlich gemeint. Grobkörnigeres Schauspiel und miesere Diaolog-Präsentation sind mit selten untergekommen. Und die Sandale müssen sich dann wohl auch Pam Grier und ihre Mitstreiterinnen anziehen. Erstere wurde leider nicht einmal in die Hauptrolle gecastet und hat auch nicht viel mehr zu tun, als nackte Haut zu zeigen, mit einem Dreizack herumzufuchteln und hin und wieder einen markigen Spruch zu vergeigen. Nicht, dass man es der zukünftigen ’Foxy Brown’ allzu übel nehmen würde. Es waren halt ihre Lehrjahre zur Ikone. Mit Beginn der Gladiatrix-Revolution kommt auch der Film schließlich in die Gleise. Die letzte halbe Stunde kann man dank fetziger Fights, dramatischem Schub und absurden Ideen (drei Herren werfen einen Offiziellen nach dem anderen in die Arena) als gediegen bezeichnen.
Die Regie teilten sich übrigens Corman-Spezi Steve Carver (’Big Bad Mama’) und Italiens Schlock-Schlawiner Joe D’Amato (’Troll 3’), während sich ein junger Joe Dante (’Gremlins’) als Cutter verdingte.

Gleich macht er die Teekanne...

Fazit: Schmissig-exploitiver Sandalenfilm aus dem Hause Corman, der erst ab der zweiten Hälfte richtig anläuft und damit leider viel zu spät. Meine Empfehlung kann hier nur an Pam Grier Fans, WiP-Flick Junkies und Römer gehen.


Hudson