TerrorVision


‘People of Earth, your planet is about to be destroyed... We're terribly sorry for the inconvenience.’


Originaltitel: TerrorVision (1986) Regie: Ted Nicolaou
Drehbuch: Ted Nicolaou, Charles Band Darsteller: Diane Franklin, Gerrit Graham, Mary Woronov FSK: 18


Planet Pluton, Gesundheitsamt, Mutanten-Verkleinerungs-Einheit:

Familienglück mit
neuer Fernbedienung
Hier werden diverse Space-Mutationen und der ganze restliche Abschaum des Universums, um den sich eigentlich die ’Men in Black’ kümmern sollten, vernichtet und als Plasmamüll in die weiten des Alls bugsiert. Das wäre alles halb so wild, wenn nicht die Puttermans, eine schräge ur-amerikanische Dödel-Familie seit neustem einen Satelliten-Receiver ihr Eigen nennen würden. Der ist vom Techniker durch Zufall nämlich auf genau die Frequenz gestellt worden, welche die Müllabfuhr vom Pluton für die Entsorgung ihres hochgefährlichen Abfalls benutzen. Kurze Zeit später hat sich ein widerliches Müllmonster in der Glotze der Puttermans eingenistet und beginnt den Haushalt zu vernaschen. Nur der kleine Sherman hat die Situation begriffen, doch seine Famailie glaubt ihm kein Wort. Die Eltern sind gerade im, zum Swinger-Club umfunktionierten Keller mit ein paar Annoncen-Bekanntschaften zu Gange, die Tochter zieht mit ihrem abgedrehten Metal-Lover um die Häuser und Opa Putterman lebt im Luftschutzbunker voller Handfeuerwaffen und Sprengstoff unter dem Haus. Während das Monster die Puttermans und ihre Bekanntschaften allmählich zu grüner Grütze verarbeitet, versucht der Gesundheitsminister von Pluton, die Menschheit ob der drohenden Gefahr über die Glotze zu warnen:

Meet Medusa!

“Schaltet eure Fernsehgeräte für die nächsten 200 Jahre ab, bevor es zu spät ist.“
“Ich weiß nicht, sieht irgendwie japanisch aus. Ihr wisst schon, äh wie heißt er denn bloß? Ihr wisst schon, wo die Marsmenschen die ganzen Frauen klauen und anbumsen. Ja, um den Mars wieder zu bevölkern. Ha!“
“Das hört sich irgendwie geil an. Ist das ein Hardcore?“
“Fantastisches Idee für eine Film. Die Marsmenschen vernaschen alles weit von die Universum.“

Der Super-Nonsens, den uns Charles Band mit seiner Pre-’Full Mool’-Firma ’Empire Pictures’ hier mal wieder vor die Füße gekotzt hat, ist eigentlicht zu viel des Guten für nur einen Film. Erfreulich, spart doch Band sonst wo er kann. Hier ließ er Regisseur und Co-Autor Ted Nicolaou (’Dragon World’) und B-Effekt-Guru John Carl Buechler (’Troll’) scheinbar freie Hand, was in einer Monster-Trash-Farce sondergleichen resultierte.

Als das Krümelmonster durch
den Brundle-Teleporter
geschickt wurde...
Ein außerirdisches Schleim-Gummi-Monster, das seine Opfer a la The Fly’ zu Suppe verdünnt und dann mit dem Rüssel aufsaugt, ’Elviras Schwester’ Medusa, die in der Glotze einen Horror-Schinken (’Robot Monster’) nach dem anderen (’The Giant Claw’) ankündigt, ein bekloppter Tash-Metal-Dude mit W.A.S.P.-Shirt und einer durch die Locken gezwirbelten Indianer-Perücke, dämliche Sprüche “Wow, habt ihr das gesehen? Als das Ding meine Nieten gesehen hat wurde es ganz zahm. Der steht auf Metal!“ und die verrückteste White Trash-Family seit den Bundys.
Gerrit Graham (bekannt aus ’Sidekicks’ und als Objekt der Begierde von Ms. Mussow aus ’Parker Lewis’), Mary Wolonov (’Death Race 2000’) und Bert Remsen (’Cusack - Der Schweigsame’) sind zwar nicht allzu lange auf dem Schirm, hinterlassen aber den stärksten Eindruck. Die Effekte sind vor allem glitschig, das Monster trashig (so wie es sich für diese Art Film ja auch gehört), die Freigabe ab 18 ein ziemlicher Witz.

“Ich hab es schon x-mal gesagt und muss es wohl nochmal wiederholen: Kriegsgeschichten und Monsterfilme haben erzieherischen Wert und sind überlebensorientiert.“

Wieder mal W.A.S.P. Promo bei Charles Band

Fazit: Kurzweiliger 80s-Neon-Trash mit Gutelaune-Garantie und Monster- Nachschlag. Come on Everybody!



Hudson