Terror in Paradise


‘Eine Trauminsel wird zur Todesfalle’


Originaltitel: Terror in Paradise (1990) Regie: Peer J. Oppenheimer
Drehbuch: Buzz Dixon, Matt Oppenheimer, Ron Sellz
Darsteller: Gary Lockwood, Joanna Pettet, David Anthony Smith FSK: 16


Pfa… haha… hahaha… HAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!

Bang
So ergeht es jedem, der drei Minuten der Synchro von ’Terror in Paradise’ miterlebt hat. Stellt euch vor, ihr und ein paar Kumpels hättet einen über den Durst getrunken, danach einen geraucht und beim Pilze sammeln nicht richtig aufgepasst. Danach verteilt ihr spontan gewählte Rollen (notgeiler Vollidiot, blöde Kuh, Oberst von Gatow, Mrs. Krabappel… eigentlich egal, Hauptsache ihr seid nicht zu viele und müsst jeder mindestens je zwei Charaktere spielen) und schließlich haut ihr einen schlechten Dschungel-Actioner aus den frühen Neunzigern in den Videorekorder, haltet ein wenig Helium parat, dreht die Lautstärke komplett runter und übernehmt die Vertonung.
Oaba wos redi. Genao des hoam die Synchro-Buam von ’Terror in Paradise’ ja ach g’macht.

Der Film beginnt mit der Entführung einer weltberühmten plastischen Chirurgin (Mrs. Krabappel), durch die Handlanger des Terroristenanführers Major Douglas (Oberst von Gatow), der die Dame auf eine abgelegene Insel transportieren lässt, wo sie ihm die Fresse glattbügeln und ihm somit eine neue Identität verschaffen soll. Dummerweise ist auch ein Pärchen (notgeiler Vollidiot & blöde Kuh) auf der Insel, um die Zeit mit Sex unter Palmen totzuschlagen. Als die beiden auf den Schurkenhaufen treffen, brennt die Hütte und das Paradies wird zum Schlachtfeld…

"Scheuch sie aus den Büschen in Richtung Schlucht! […]"
"Verdammt, Mann. Wie in Vietnam!"
"Muahahaha, das war’n noch Zeiten!"

Boom
Reichlich drollig, was Regisseur Peer Oppenheimer und der philippinische Genre-Produzent Cirio H. Santiago (’Nam Angels’) hier vor der Kamera abfeiern.
’Terror in Paradise’ hat Action auf Gülle-Basis, Darsteller auf Porno-Niveau, eine Ausrüstung, die um Hilfe schreit (weiße XXXL Damenblusen werden als Arztkittel verkauft) und reichlich Dialog-Weichkäse ("Wir wussten nicht, dass noch jemand auf der Insel ist, aber wir sind froh, dass es so ist.").
Herrlich, wenn ein Bösewicht zu Beginn dem Mann der Chirurgin mit einer sanften Betäubungspistole ein gelbes Puschelpfeilchen in die Schläfe ballert und die Dame selbst danach mit genau der gleichen Waffe und den Worten: "Wenn sie auch nur zu laut atmen, blas ich ihren Kopf quer durchs Zimmer!" bedroht.
Oberfiesling Major Douglas (werden bei Terroristen jetzt schon Ränge vergeben?) läuft, rennt und springt den gesamten Film über mit Mullbinden über der Fresse durch den Dschungel oder schreit auch mal aus einem Helikopter ins Megaphon. Ich könnte mich irren, möchte aber meinen, dass plastische Chirurgie eine gewisse Ruhephase benötigt. Und überhaupt, warum mit Gary Lockwood (’Space Odyssey’) so etwas wie einen ehemaligen Star engagieren, nur um dann 70 von 90 Minuten lang seine Visage zu vermummen?

"Du kannst zwei [Autogramme] von mir gegen eins von Thomas Gottschalk eintauschen. Von ihr braucht man sechs, um eins von Steffi Graf zu kriegen."

Bang

Mit etwas mehr nackter Haut hätte der Schinken fast als Andy Sidaris-Klamotte durchgehen können. Mit etwas weniger Laufzeit wär vielleicht eine amüsante ’Magnum’-Episode bei rumgekommen. Summa Summarum ist ’Terror in Paradise’ weder der Superknaller, noch der Totalausfall. In die goldene Mitte würde ich ihn zwar auch nicht unbedingt packen, aber wer Spaß an Actiontrash hat und bei Surgen-Synchros auch noch nach 20 Minuten lachen kann, der wird sich hier zurechtfinden.


Hudson