Terror Force Kommando


‘Sie kennen keine Gnade – denn ihr Gegner ist der Tod’


Originaltitel: Three Men on Fire (1986)
Regie: Richard Harrison Drehbuch: Richard Harrison & Romano Kristoff
Darsteller: Richard Harrison, Alphonse Beni, Romano Kristoff FSK: 18


Was? Richard Harrison, der Sandalenfilm Bodyöler, der zu Godfrey Ho’s Ninja-Leibeigenem wurde, hat auch selber Filme gamacht? Gott bewahre!
Aber Gott ist nicht so gnädig und lotste mir ’Terror Force Kommando’ in die Hände, einen Film von und mit ’Hau-Drauf’ Harrison.

Terror...
Ein Professor für Friedenskunde (oder so) und seine Frau (sowie Gärtner, Küchenhilfe und Gäste) werden von Terroisten kaltblütig umgebracht. Der ermittelnde Inspektor Baiko tappt im Dunklen, woher er womöglich auch die dunkle Ahnung hat, dass die Täter bald wieder zuschlagen werden. Zu Hilfe eilt Richard Harrison (“Mein Name ist Matthews. Freunde sagen Mett. Ich arbeite für Uncle Sam!“) und verbündet sich mit Baiko. Gemeinsam schnüffeln sie in (ja, wo spielt dieser Film eigentlich? Kamerun? Rom? Peine?) der Gegend herum und legen sich bald mit allerlei kriminellem Gesocks und Männern mit riesigen Augenbrauen an. Doch die Terroristen sind auch ein zweites Mal erfolgreich und schon kommen die beiden Superbullen dahinter, dass der Papst das nächste Ziel sein soll. Ihre Arbeit soll endlich Früchte tragen, da wird der Beginn ihrer wundervollen Kooperation von der Entführung von Baikos Tochter überschattet. Jetzt kann nichts mehr die beiden Bullen stoppen. Sie raffen sich auf und erklären dem Terror den Krieg…

“Du redest schon wie ein Terrorist.“
“Zwischen uns ist kaum ein Unterschied. Es kommt nur drauf an, auf welcher Seite du stehst.“
“Red nich so’n Stuss!“

...noch mehr Terror...
Es war erst etwas ungewohnt für mich, Richard Harrison in gediegenem Ledermantel und Fedora-Hut zu sahen und nicht etwa in einem pinkfarbenen Karateka-Dress und einem Stirnband mit der Aufschrift ’NINJA’, aber man gewöhnt sich an alles. Für einen Harrison-Film ist das ganze auch recht einheitlich. Keine eingefügten Ausschnitte aus alten, chinesischen 60er Jahre Krimis, Kriegsfilmen oder Ghetto-Kloppern.
Trotz dem Sympathie-Bonus, den Harrison von dem einen oder anderen Fan genießt, ist der Gute mir den Beweis, dass er auch als Schauspieler funktioniert, bis heute schuldig geblieben. Mit scheinbar nur zwei Gesichtsausdrücken (Normal und Verärgert) ausgerüstet, befindet er sich hier allerdings in bester Gesellschaft. Co-Star und Co-Produzent Alphonse Beni ist alles andere als ein Quell mimischer Güte und verärgert zudem mit tumber Synchro (Marke ’Versucht spaßig, in echt aber unlustig’: “Rutsch mir den Buckel runter!“ “Was hab ich da gerade gehört, du Hirnsoße?!“). Gaststar Gordon Mitchell (’Rush’) stiert erfrischend kurz vorbei und wird dann auch ganz schnell per Headshot aus dem Bild entfernt. Geradezu angenehm erscheint das Spiel dieser drei im Vergleich zum bösen Terror-Kopp Romano Kristoff (’Warbus’). Dieser verbringt seine Freizeit damit, schwitzend in einem Lagerraum zu zittern, sein Leid über seine kopulierende Mutter zu beklagen und sich stöhnend an Brust und Schritt zu fassen. Wenn wenigstens die Action stimmen würde, oder ein paar Ninjas auftauchten, könnte man ja gönnerhaft über alles andere hinwegsehen, aber wer hier an das ulkige Cover glaubt (die Arme! die Krawatte!), der ist selbst schuld.

...ganz viel Terror!

Fazit: Billige Krimi-Action-Gülle, die nur von eurem Getränkewart erträglich gemacht werden kann. Dann aber Schnaps in Maßen und Bier aus’m Eimer. Und wenn ihr zufällig mit dem Korkenzieher an den Ausschaltknopf kommt… dann wär das auch nicht wirklich schlimm. Cheers.


Hudson