Terminal Invasion



Originaltitel: Terminal Invasion (2002) FSK: 16
Regie: Sean S. Cunningham Drehbuch: Lewis Abernathy, John Jarrell & Robinson Young Darsteller: Bruce Campbell, Chase Masterson, Sarah Lafleur


In einem abgelegenen Büro einer Fluggesellschaft treffen sich eines stürmischen Winterabends eine handvoll Fremder: Zwei Cops mit gefangenem Mörder (BRUCE CAMPBELL!) im Schlepptau, ein junges Pärchen, ein Army-Fuzzi, ein schnöseliger Broker, eine Oma, eine Mutter mit Kindern, ein Priester, ein dumm quatschender Quotenschwarzer (Augenroll-Alarm mit ulkiger Auflösung*). Sie alle haben eins gemeinsam: Sie wollen hier weg. Zu dumm, dass die Inhaberin der kleinen Fluggesellschaft den Charterflug aufgrund des Unwetters vom Plan nimmt. Bald stellt sich heraus, dass unter ihnen Aliens (im Volksmund auch ’Außerirdische’ genannt) verweilen, die auf die Menschheit nicht sonderlich gut zu sprechen sind. Das Dumme ist nur, dass keiner weiß, wer hier Alien und wer Mensch ist… Moment mal, Menschen/Aliens gefangen im Eis, keiner weiß wer zu welcher Sorte gehört, Paranoia Mord und Totschlag… das kennen wir doch irgendwoher. Ist ja ein Ding.
(’tschuldigung)

“Was soll das heißen? Ich weiß nichts über Technologie? Ich hab den Sci-Fi Channel!“

Boah gruselig... und erst die Augen!

Ach menno, warum wird das exorbitante Talent von Bruce Campbell immer in solchen Cheapo-Produktionen verschwendet. ’Freitag der 13.’ Regisseur Sean S. Cunningham und seine drei (prust) Drehbuchautoren (u.a. Lewis Abernathy, der dicke, vorlaute Kumpel von Bill Paxton in ’Titanic’! Was macht der denn hier?), fuhren den Karren inszenatorisch wie dramaturgisch voll gegen die Wand. Thematisch irgendwo zwischen Carpenters ’The Thing’ (’Friend or Foe?’-Mechanik) und ’Pitch Black’ (guter böser Gefangener, der Ärsche tritt und Muttis rettet), nutzt der Film nur wenige seiner ohnehin spärlich zusammengeklauten Möglichkeiten (die ’Test’-Szene im Metall-Detektor war nicht schlecht) und versiebt den dreckigen Rest (die ’Alien’-Kopie, inklusive “Es kommt direkt auf dich zu!“ geht gar nicht mehr).
Ein Händchen für Spannung und bedrückende Atmosphäre hatte niemand übrig, Effekte gibt es keine nennenswerten (nur zwei trashige Glibber-Transformationen mit Gumminachschlag) und auch die Darsteller lassen jeden Sinn für’s Thema vermissen (vor ihren Augen löst sich ein Mensch in eine rosa Schleimlache auf und die Protagonisten schauen nur kurz schief). Da muss wohl wieder Bruce ’Chinkilla’ Campbell ran, um den Tag zu retten. Und genau das macht er dann auch. BC gibt den knurrigen Verurteilen zwar ohne seine gewohnte Verschmitztheit, beweist aber schauspielerische Reichweite und kann seine Figur über den Standard heben. Co-Star Chase Masterson ist die einzige, die es wenigstens noch versucht. Schade, dass es dem Rest scheinbar egal war. Bei solchem Genre-Schrott muss man halt einfach ein bissel auf die Tube drücken, um jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Die Produzenten wussten schon, warum sie sich Bruce Campbell mit ins Boot holten.

BC - the way to be!

Fazit: Überflüssiger ’The Thing’-Verschnitt in dröger Optik, lustlos zusammengeschustert und höllisch spannungsarm. Hat aber den BC-Bonus und den hat’s mehr als nötig. Für Fans des Kinns und Sammler vergessener DTV-Billichmovies (wenn es sowas gibt) marginal brauchbar.



PS: Spoiler* markieren: “Du steckst also dahinter! Das schlechte Ghettogelaber hätte mir gleich auffallen sollen!“ Ja, okay, der war gut.


Hudson