Terminal Force



Originaltitel: Terminal Force (1989)
Regie: Fred Olen Ray Drehbuch: Ernest D. Farino
Darsteller: Richard Harrison, Troy Donahue, Dawn Wildsmith FSK: ungeprüft


Fred Olen Ray schafft es doch immer wieder, mich zu überraschen.
Hatte man sich erst auf den Qualitäts-Pegel seiner unterdurchschnittlichen Machwerke aus den 90ern gewöhnt, überraschten viele der FORschen Früh-Achtziger Genre-Trasher mit Unterhaltung und launigem Schauspielvolk. Kaum keimt der Gedanke auf, man könne den Herren und seine Fähigkeiten einschätzen, kommt eine unterirdische Stinkbombe wie ’Terminal Force’ aus dem VHS-Regal gekullert und vermiest einem den Tag.

Volle Ladung, volle Haare ...

Was Olen Ray dem Zuschauer mit ’Terminal Force’ zumutet, ist sonst nur von Regie-Kalibern wie Godfrey Ho zu erwarten. Wie passend, dass Ray hier Richard Harrison für die Hauptrolle verpflichtete, der ja bekanntermaßen Ende der Achtziger bei Ho in Lohn und Brot stand.
Harrison spielt den Opa-Cop Nick Tyree, der erst wegen grober Erschießung eines Ladendiebes suspendiert, dann wieder eingestellt wird, um die entführte Tochter eines Kronzeugen aus den Händen eines schurkischen Drogenbarons zu befreien…

... volle Bluse, nix dahinter.

Dass sich Richard Harrison dabei anstellt, wie der letzte Mensch, ist noch zu verschmerzen. Denn, seien wir ehrlich, eine gute Figur hat er auf der Leinwand höchstens in seinen Bodybuilder-Glanzzeiten gemacht. Was Olen Ray aber drumherum fabriziert, ist eine einzige Frechheit, die bei allzu scharfer Beobachtung womöglich zu irreversibler Zuschauerverdummung führt.
Im billigen Videolook gedreht, dilettantisch synchronisiert und unter aller Kanone gespielt, bietet ’Terminal Force’ die bescheuertsten Gangster (blasierte Napfsülzen, irre Folterknechte oder Dumpfbacken, die einer Schlägerei ihres Kollegen mit den Worten “Lass dich nicht unterkriegen!“ beiwohnen), die abgeschmacktesten Dialoge und die dösigsten Schießereien der Actionfilm-Geschichte.

Indeed: In den Sand gesetzt!

“Ich liebe es, wenn man mich Boss nennt. Dabei fühle ich mich wie James Cagney.“

Hmh, ‘Dreams are my reality’. Fred Olen Ray’s Realität bestand hier einmal mehr aus nackten Weibern (uups, hab ich die unterschlagen?), unterbelichteter Minus-Action und dumm plappernden Asi-Akteuren. Richard Harrison nahm einige Jahre später folgerichtig den Hut und setzte sich zur Ruhe. Eine Konsequenz, die allen Beteiligten anzuraten gewesen wäre.


Hudson