Der Tempel des blutigen Goldes


‘Behind its walls, the treasure of kings. Getting in is easy. Getting out... impossible!’


Originaltitel: The Firing Line (1988) Regie: Matt Cimber
Drehbuch: Matt Cimber & John Kershaw
Darsteller: Laurene Landon, Ken Roberson, Cihangir Gaffari FSK: 18


Hundra hilf!

Laurene Landon IST Yellow Hair. Ihre Schmollippen SIND apachischer Herkunft. Ihr Kumpel Pecos Kid trägt Kajal und Wimperntusche. Es ist die Zeit des Wilden Westens. Wilde Verfolgungsjagden zu Fuß, zu Pferd und zum Pfandleiher. Ziel der Hetze ist ein heftiger Goldschatz und ein heiliges Horn. Ist so’n indianisches Kultding. Muss man nicht auf Anhieb hintersteigen. Ebenfalls hinter dem Schatz her sind Colonel Torres und seine zahlreichen Handlanger. Das alles wird dem Zuschauer auf recht unkonventionelle Art gleich zu Beginn des Filmes in einem Trailer-Vorspann erzählt. Ist mal was anderes, allerdings auch nicht 100% funktionabel. Wenigstens haben sie’s versucht.

Jaaa, blas das Horn!
Leider misslingt es, das Publikum mit ’Tempel des blutigen Goldes’ bei der Stange oder dem Horn zu halten. Die Story ist seicht, wie Laurenes Haar blond ist (das Stroh kann unmöglich echt sein). Indianermythen und Abenteuer-Garn treffen auf Vergeltung und gehen in die Bar, um sich zu prügeln. Die Ausstattung bietet Vollkorn-Westernkolorit nebst Spinnen, abgehackten Puppenköpfen und Skeletten aus der Hundra-Rumpelkammer. Am Ende geht’s endlich in den Tempel des Todes, wo die Quecksilber/Gold-Legierung aus ’Quatermain 2’ brodelt. Nur Henry Silva hat’s nicht geschafft. Der hätte aus diesem verquerten Mix vielleicht noch etwas mehr herauskitzeln können. Die Darsteller hier sind gut gelaunt, aber schlecht geschminkt, ihre Charaktere sind bestenfalls amüsant, schlimmstenfalls nervig.
Wer funktionierendes Genrekino sucht, dem wird der Tempel mitsamt des Goldes und Captain Iglos Fischstäbchen schließlich aufs Gemüt schlagen. Studenten alter Kulturen hingegen lernen hier von den barbarischen Methoden der Ureinwohner Amerikas. Sie packten Klapperschlangen in Strohhexen und ließen sie auf ihre Feinde kullern. Savage beasts! Aber keine Angst, die Macher haben sich nicht an einseitigen Klischees aufgehangen. Hundra ... pardon Yellow Hair wird kein bisschen zivilisierter dargestellt. Sehet selbst:

Die alte Sau...

Genau wie der Anfang wird auch das Finale des Films in einer trailerartigen Schnittmontage dargestellt. Eine wirklich putzige Idee. Leider bleibt alles, was zwischen dem Intro und Outro passierte, schlussendlich als unausgegorenes Genre-Geplänkel im Hinterkopf. Spaghetti Western meets Adventure Pulp by way of Dingsbums. Hier wird keiner richtig und wenige nur halb bedient.


Hudson