Techno-Fear - Ein Cyborg läuft Amok


‘John Tyler is dead. But he can still blow you away. ’


Originaltitel: Shadow Warriors (1996) Regie: Lamar Card
Drehbuch: Phyllis Chase, Steven A. Finly & Nicolas T. Kimaz
Darsteller: Terry O'Quinn, Timothy Patrick Cavanaugh, Evan Lurie FSK: 18


Spinn ich oder ist
das'n Ikarus Bus?
Der arme Terry O’Quinn musste sich in den seligen Neunzigern, nach seinen ’Stepfather’-Filmen und vor dem ’Lost’-Durchbruch als John Locke durch einigen cineastischen Driss kämpfen.
Und schon an dieser Stelle schulde ich dem Wort ’cineastisch’ eine Entschuldigung. Videomüll ist wohl passender. ’Techno-Fear’ ist ein solcher Film und dass ich mir tatsächlich die Zeit dafür nehme, ihm eine Rezension zu verpassen, spricht weder für meine Ambitionen, noch für die Auswahl meiner ’Videos To Do’-Liste.

O’Quinn spielt Dr. Connors, den Head-Honcho der Firma ’Global Cybernetics’, dessen Leibwächter zu Beginn des Films Opfer eines Anschlags wird. Connors plagt sich nicht lange mit ethnischen Bedenken herum und kreiert auf Basis der Leiche den Prototypen einer neuartigen Menschmaschine, den Technosapiens. Ähm… Leute, ist es okay für euch, wenn ich an dieser Stelle mit: ’Alles geht schief und *siehe Untertitel*!’ ende?

Gegen so viel Gewalt
hilft nur was Schönes.
’Techno-Fear’ (Ein Cyborg läuft Amok!) ist einer dieser unsäglichen Trash-Produktionen, die in den späten Neunzigern wie Wasser auf Glatteis vor die Füße des willigen Video-Publikums geschüttet wurden und die erwartungsvollen Zuschauer mit voller Wucht auf den Hosenboden schickten.
Die Mische aus Baller-Action, Cyborg-Identitätskrise, Verfolgungsjagd und Konzern-Verschwörung wurde preisgünstig in der Ukraine abgedreht, hat ganze drei Autoren in den Credits vermerkt und kann kaum die niedrigsten Ansprüche seiner Einzelteile abdecken.
Terry O’Quinn sitzt hier offensichtlich nur die Zeit bis zur Ausstellung des Schecks ab und der Rest der Besetzung ist keine eigene Zeile wert.
Trash-Highlights sind der Hosenträger-Cyborg mit internem Visier in Fadenkreuz-Form, der sich in einen russischen Linienbus setzt und von einer Oma angeraunzt wird, mies animierter Virtual Reality-Käse und ein Schmalz-Finale, bei dem zwei halbnackte, sich umarmende Männer in einem schaukelnden Ruderboot von einer Zeichentrick-Rakete in die Luft gejagt werden.

Was ganz dolle Schööönes...

Fazit: Trotz Action-Vormacht und Bleigewitter herrscht hier kreativer und dramaturgischer Totalschaden. Ab auf die Halde. Mehr Aufmerksamkeit hat dieser Schrott nicht verdient.


Hudson