Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr


‘If looks could kill he woudn't need a chainsaw.’


Originaltitel: The Return of the Texas Chainsaw Massacre (1994)
Regie: Kim Henkel Drehbuch: Tobe Hooper & Kim Henkel
Darsteller: Renée Zellweger, Matthew McConaughey, Robert Jacks FSK: 18


Aus unserer Reihe: ‘Waiting for the good part’ kommt die dritte Fortsezung von Tobe Hoopers ’74er Schockfest ’Blutgericht in Texas’.
Und da geht es wie folgt ab:

Ja, heul doch!
Vom Abschlussball in der ’Prom Night’ geflüchtet und kurz darauf von einem Auto angefahren, landen vier bratzige Jungdarsteller (u.a. Renee Zellwegger) im Outback, wo sie getrennt nach Hilfe suchen. Die kommt in Form von Matthew McConaughey (mit unpassender Synchro und einem Cyborg-Bein), der dem Nerd erst einen Riesenschreck einjagt und ihn dann mit einem Pick-Up-Truck einen Waldweg entlang treibt.
’Kann der Nerd nicht einfach in den Wald laufen?’ fragt man jetzt vielleicht verdutzt. Nein, der Nerd bleibt lieber auf dem Weg und lässt sich überfahren.
Zwischen Eulen-Geheul und Grillen-Gezirpe latschen die restlichen Kids zum Horror-Haus der Texas-Kettensägen-Sippe, wo ihnen Good Ole Leatherface erst einmal die Locken streichelt und sie dann mit viel Gebrüll durch die Baracken scheucht…

Gleicher Scheiß, anderer Teil… nur eben schlechter!

Wieder mal werden Leute auf Haken gehängt, schreiende Youngsters durch’s Unterholz geschreckt, polternde Dialogzeilen aufgesagt (“Du hast Angst? Du weißt gar nicht was richtige Angst ist!“), am Dinner-Table morbide Spielchen getrieben und Kettensägen geschwungen.

Die Stars von Heute
im Müll von Gestern.
Die Autoren der frühen Neunziger erholten sich wohl gerade von den koks-umnebelten Schocker-Nächten der Achtziger und waren einfach völlig überfordert, guten Horror zu Tage zu bringen.
Das Motto war wohl: ’Dann vernachlässigen wir halt den Plot und konzentrieren uns auf menschenverachtenden Terror!’
Tja wo ist aber jetzt die Spannung? Wo ist der Sinn? Wo ist die Unterhaltung? Wo ist der Deinhard?
Was da ist: Der ewig röhrende Leatherface, der mittlerweile vorne kurz, hinten lang trägt und gerne in Oma-Aufmachung und später sogar als Drag-Queen herumläuft, ein schmierig-brutaler und reichlich durchgeknallter M. McConaughey (kurz bevor er in die ewigen Jagdgründe des ’Sonnyboy-Daseins’ entschwebte), eine entsetzte Renee Zellweger (dem armen Mädel war die Scham echt ins Gesicht gebrannt) und ein Dichter-Zitate klopfender Hillbillie.
Addiert ergibt das ein wirres, völlig absurdes Schmieren-Theater, das wirklich keinen, ich wiederhole keinen Menschen, der noch ein Fünkchen Verstand und Geschmack im Leib hat, unterhalten dürfte. So abgedroschen, dass es ein einziges Ärgernis ist.

“Sie wird von einem Ungeheuer mit einer Kettensäge verfolgt!“

‘Still buzzing after all these years...’

Fazit? Könnt ihr haben! Als Produkt eines Genres, das sich irgendwann nur noch vom rituellen Abkupfern ernährte, versetzt sich ’TCM-Die Rückkehr’ selbst den Gnadenschuss. Richtig, richtig, richtig schlecht!

Hudson