Tauchfahrt des Schreckens


‘From the depth of space they came to vanish beneath the sea...’


Originaltitel: Warlords of Atlantis (1978)
Regie: Kevin Connor Drehbuch: Brian Hayles
Darsteller: Doug McClure, Peter Gilmore, Shane Rimmer FSK: 12


Eine Seefahrt die ist lustig.
Das jedenfalls denken sich Prof Aitken, sein Sohn Charles und Doug McClure in diesem durchschnittlichen Monsterfilmchen aus dem Jahre 1978.
Bei der ersten Tauchfahrt in einer Glocke kommen dann pünktlich mit dem ersten Gummi-Monster auch die Lacher. McClure und Charles finden etwas, das entweder ein Totem vom Volk der Riesen-Nasen oder eine außerirdische Parkuhr ist, welche sie sogleich an die Oberfläche hieven.

Ach du Krake!
Da das Ding aus purem Gold ist, interessieren sich bald mehrere Parteien an Bord dafür. Der Professor jedoch besteht darauf, dass es in ein Museum gehört (man reiche ihm Hut & Peitsche). Da die Mannschaft aber ein unzuverlässiger Haufen der ’Fletcher Christian’-Gedächtnis AG sind, erschießen sie ihn kurzerhand und kappen das Tau der Taucherglocke. Währenddessen greift eine spukige Riesenkrake das Schiff an und klaubt sich 4 Arme voll Meuterer, welche sie beim Tiefgang auch gleich den Insassen der Glocke stolz präsentiert. Dann werden letztere selbst von den Saugnäpfen des Biestes in eine Untiefe gezogen, in welcher der verlorene Kontinent Atlantis liegt. Nicht lange danach werden sie von einem seltsam gewandeten Mann (mit Gabriele Krone Schmalz-Gedächtnis-Frisur) tiefer in das unterirdische Reich gebracht. Dort haben außerirdische Ursupatoren gestrandete Seeleute zu Sklaven gemacht, was sie übrigens auch mit den Neuankömmlingen vorhaben, wahrscheinlich sogar mit der gesamten Menschheit (wo die alle hinpassen sollen, wird nicht geklärt, schließlich können die Unterdrücker ihr Reich aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen). Doch Sklavin Delphine weiß zu helfen und ich weiß nicht weiter…

“Wir haben nur noch Luft für eine halbe Stunde und Whiskey verbrennt so rasch!“

Oh, dear. Die Engländer und ihre Monster-Filme.

It came from the deep
& it said: Peep!
Warum nur, warum gelingt es ihnen nie, den Charme einer Toho-Produktion auf die wackeligen Bestienbeine zu stellen?
Fliegende Killerkaulquappen, Gummi-Saurier und allerlei ähnliches Riesengetier sorgen zwar für Kurzweil, alles dazwischen leider nicht. Die Monster sind gar nicht schlecht designt, nur haben die Macher absolut keine Ahnung, was sie mit ihnen anfangen sollen (bis auf das übliche ’Knurren, Gliedmaßen bewegen und Seeleute in die Monsterbacken stecken’). Vom Geiste etwa eines Ray Harryhausen ist hier nichts zu spüren.
Regisseur Kevin Connor (’Caprona’, ’Der 6. Kontinent’) hat erneut sein Lieblingsthema (’Rubber-Creatures from Deep Down Below’) und seinen Lieblings-Schauspüler, Doug McClure (schauder!), genommen, beides in einen Kessel voll halbgarer Mystery und Abenteuer-Kolorit gepackt, zweimal umgerührt und reingespuckt.
Doug McClure spielt Doug McClure, das kennt man ja, was anderes ist man von der alten Plautzen-Oma (er sieht wirklich aus, wie ’ne Oma!) auch nicht gewohnt.
Spaß an dem Film machen (außer den Monstren) vor allem die diverse Ungereimtheiten der widersinnigen Art. Die Atlanter sind tatsächlich Außerirdische, Unterwasser scheint nicht nur die Sonne, nein es regnet auch und…

...Doug McClure spielt ’nen Helden!

’Tauchfahrt des Schreckens’ stürzt in bodenlose Gurkenglas-Gewässer. Etwas, das Unverbesserliche einen Klassiker nennen.
Ich nenne es zusammengekleisterten Schmarren mit hohem Elaste-Anteil.

Hudson