Tarzan und die verlorene Stadt


‘A new Tarzan for a new generation.’


Originaltitel: Tarzan and the Lost City (1998) Regie: Carl Schenkel
Drehbuch: Bayard Johnson & J. Anderson Black
Darsteller: Casper Van Dien, Jane March, Steven Waddington FSK: 12


Tarzan (Casper van Dien) heißt jetzt John Clayton of Greystoke und ist längst aus dem Urwald raus. Inzwischen lebt er unter den zivilisierten Engländern, besucht Cocktailparties und ist kurz davor, seine Jane zu ehelichen.

'PC, the way to be!'
Da erreicht ihn eine Vision von einem alten Freund, dem afrikanischen Häuptling mit der Chefkoch-Synchro. Der bittet unseren jungen Lord mal kurz vorbeizuschauen, da die weißen Bwanas wieder Trouble machen und die Heilige Stadt der Eingeborenen finden/plündern wollen.
Gegen den Willen seiner Verlobten begibt sich John auf die Reise nach Afrika. Dort angekommen nimmt er den Zopfhalter aus der Fisi, schnitzt sich die Shorts zurecht und zieht das Hemd aus. Tarzan is back! Und mit Hilfe seiner tierischen Freunde zieht der Affenmensch in den Kampf gegen die ruchlosen Eindringlinge…

Kurz gesagt:
Arme schwarze Ureinwohner brauchen Hilfe von gutem weißen Schaule, weil sie sich nicht alleine gegen bösen weiße Schurken wehren können. Schon klar…

Beinfreiheit
vs
Ettikette
Der deutsche Regisseur Carl Schenkel (’Abwärts’) kann das Plot-Vakuum zwar ein wenig durch die schöne Landschaft Afrikas ausgeleichen, hat aber leider keine fähigen Schauspieler zur Hand. Vor allem ’Starship Trooper’ Van Dien hat null Charisma (kann aber prima sein Kinn vorschieben) und sein Weibchen Jane nervt den Zuschauer nicht nur in der ersten Viertelstunde, sondern reist ihrem Gatten in spé natürlich hinterher, um sich im Dschungel immer wieder in Gefahr bringen zu lassen.
Sprechogramme a la: “Das Lesen hab ich mir selbst beigebracht. Ich hab aber nie viel verstanden und mir meist nur die Bilder angesehn!“ verschlimmern den Unsinn ebenso wie minderwertige CGI-Kreaturen und selbstgebastelte Affen-Kostüme aus der Kindergarten-Werkstatt.
‘A new Tarzan for a new generation.’ lautet die Tagline des Films. Ich bezweifle, dass die sogenannte ’new generation’ diesen Streifen für sich entdeckt hat. Es gibt zu viele gute ’Tarzan’ Filme und etliche gute aktuelle Abenteuerfilme, um diesem ’Dschungelbuch’ für Arme Platz zum Existieren zu lassen.

Wir keinen Spruch widmen!

Was bleibt ist kalter Kaffee, im nett ausgestatteten, aber nicht wirklich berauschenden Gewand einer Sraight-to-Video Produktion. Ganz okay für einen müden Sonntag-Nachmittag, muss aber nicht sein.

Nool