Swordkill


‘Forgotten by time...Awakened by science...An ancient warrior faces the battle of his life.’


Originaltitel: Ghost Warrior (1986)
Regie: J. Larry Carroll Drehbuch: Tim Curnen
Darsteller: Hiroshi Fujioka, John Calvin, Janet Julian FSK: 18


Once upon a time in Samurai-themed Nippon…
Yoshimitsu, tapferer Krieger des Bushido-Codes, will seine Angetraute aus den Händen übler Entführer retten, kann ihre feige Ermordung jedoch nicht verhindern und landet selbst schwer verwundet in einem eisigen Gewässer.

Wakey, wakey...
400 Jahre später wird der eingefrorene und der Filmlogik entsprechend komplett erhaltene Körper des Samurais von amerikanischen Forschern geborgen, in die guten alten Vereinigten Staaten geschippert und in die Intensivstation zum Auftauen gesteckt. Dr. Richards, dem zwielichtigen Wissenschaftler ™ dieses Filmes, gelingt es tatsächlich Yoshimitsu ins Leben zurückzuholen, was ihn auf unermesslichen Reichtum und Ruhm ™ hoffen lässt. Richards Assistentin, die nette, japanophile Chris, will Yoshimitsu hingegen lediglich helfen, in dieser anderen Zeit und fern von der Heimat zurechtzukommen.
Als jedoch ein räudiger Zivi dem Samurai eines Nachts sein wertvolles Katana mopsen will und dabei auch nicht vor tätlichem Angriff zurückschreckt, macht Yoshimitsu von seinen Schlitzer-Skills Gebrauch und schickt den Angreifer in die ewigen Jagdgründe.
Die Flucht aus dem Krankenhaus scheint dem Samurai unvermeidbar. Verfolgt von seinen Erweckern und der Polizei streift ein fleischgewordener Anachronismus nun durch eine fremde Welt…

“Sie mal da drüben. Was glaubst du, wer das ist?“
“Oah! Toshiro Mifune!“
“Hmh. Ich hab dir doch gesagt, der Laden hier ist ein Geheimtipp.“

Typisch Gaijin:
Vorne Lächeln, hinten Laser
Ein Mifune ist Hiroshi Fujioka zwar nicht, aber was der japanische ’Kamen Rider’-Star in dieser kaum beachteten Charles Band-Produktion leistet, verdient schon einen kleinen Applaus. Fujikos stoisches Spiel versprüht Coolness und Charisma wo immer er sitzt, steht, ficht oder grunzt. Der Mann stämmt den Film beinahe im Alleingang auf ein gehobenes Qualitätslevel, das Bands Genre-Streifen leider nur in den seeligen Achtzigern vorweisen konnten. Kratzt man an der Oberfläche, ist ’Swordkill’ sicherlich nicht der originellste Streifen, jedoch muss allen Beteiligten angerechnet werden, dass sie dieses unterhaltsame Thema jenseits der üblichen Genre-Pfade mit einer im Fach seltenen Ernsthaftigkeit angegangen sind. Darüber hinaus vergisst man hier auch nicht den Spaß am Culture Clash. Wenn Yoshimitsu auf einem Fernseher im Krankenhus eine Szene aus Bands ’Herrscher der Hölle’ (featuring WASP) sieht und das Gerät vor Schreck umkippt, lachen nicht nur Kenner dieses Trashkloppers. Hinzu kommt die recht drastische Darstellung verhängnisvoller Schwert(s)kills, an den Leibern einiger hartnäckig dämlicher Gangbanger und ein außerordentlich gelungener Soundtrack von Familien-Komponist Richard Band (’Arena - Todesmatch der Giganten’).

“Jetzt hast du mir die Figur beschädigt und das war dumm!“

Dumm ist auch dieser Versuch, Yoshimitsu anzumachen.

Mit einer Laufzeit von schlappen 75 Minuten passt ’Swordkill’ jedem Genre-Fan irgendwo dazwischen. Nehmt euch die Zeit, wenn ihr die Nase voll von all dem 0815-Käse aus den Achtzigern habt und/oder auf der Suche nach einer unentdeckten Genre-Perle seid. Ihr werdet’s nicht bereuen.


Hudson