Sway


‘The root of all evil...’


Originaltitel: Seedpeople (1992)
Regie: Peter Manoogian Drehbuch: Charles Band & Jackson Barr
Darsteller: Sam Hennings, Andrea Roth, Dane Witherspoon FSK: 16


Sway: der Einfluss/ die Gewalt/ die Herrschaft
To Sway: schaukeln/ schwanken/ schwingen

Ja, ’Sway’ ist tatsächlich ein Film, der uns mit Gewalt verschaukeln will. Aber was haben wir erwartet, vorne weg prangte doch der ’Full Moon’-Credit wie eine großes, blaues Warnschild.

Story: Kleinstadt-Bürger werden von außerirdischen Riesen-Pollen besamt und verwandeln sich in die ’Seedpeople’, monströse Kreaturen ohne Beine, dafür aber mit typischen Alien-Extremitäten und Mäulern so groß wie das Loch in Paris Hiltons Hirn.
Geologe Tom, seine Exfrau Heidi (dürfen amerikanische Frauen eigentlich so heißen? Wer hat da das ’Okay’ gegeben?) und der Dorf-Irre Doc Roller sind den Vorkommnissen auf der Spur, doch niemand glaubt ihnen. Nicht zuletzt, weil wohl die Hälfte der Einwohner schon der neuen Spezies angehört. An Entkommen ist nicht zu denken, denn die einzige Brücke, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet ist gerade kaputt. Schöne Grüße von Ash…

Lakritze, Lakritze... nee, falscher Film!

… und von etlichen anderen, denn hier wurde echt überall geklaut: Inhaltlich bei ’Invasion der Körperfresser’ und ’The Thing’, musikalisch bei James Horners ’Aliens’-Score und wer bei den rollenden Außerirdischen nicht sofort an die ’Critters’ denken muss, der hat ’Critters’ wahrscheinlich noch nicht gesehen (schämt euch!) Wenn die Viecher sich auf ihren Armen voran stemmen, erinnern sie sogar an den unterleiblosen Skateboarder aus ’Kids’ (“Kann nich mehr gehen. Kann nich mehr gehen.“)
Regisseur Peter Manoogian, der die beiden exzellenten Trash-Granaten ’Arena’ und ’Destroyers’ fabrizierte, griff hier ganz tief ins Klo und holte die abgeschmacktesten Figuren raus, um sie einmal mehr doofe Sätze aufsagen zu lassen. Die Dialoge stellen Tiefpunkte in einem Genre dar, das von miesen Gesprächsfetzen nur so wimmelt (“Du hast doch studiert, du hättest dir was einfallen lassen müssen.“)
Die supertrashigen Monster sind sicher einen Blick wert. Sie entstehen übrigens, indem man menschliche Wirtskörper mit eimerweise Pop-Corn oder Marschmallow-Creme beschmeißt (sieht irre aus). Witzigerweise sind die fertigen Viecher dann sogar in der Lage, sich in die menschliche Gestalt zurückzuverwandeln, was natürlich später zu den typischen “Du bist einer von ihnen!“-Beleidigungs-Duellen und bedrohlich wankenden Menschenmassen führt. Ja, Menschenmassen, denn das knappe Budget reichte gerade mal für drei lausige Alienbiester und ein traniges Voice-Over aus dem Off.

Wurzelchen, wo haste denn Purzelchen gelassen?

Ins Off gehört auch ’Sway’ mitsamt seinem ’Bösen Ende’ und der völligen Humorlosigkeit, trotz grottiger Aliens, wildgewordener Popcornmaschinen und eines Typen mit einem fluoreszierenden Ring auf dem Kopf. Nur Trash-Allesfresser mit Kontrolle über den Würgreflex greifen hier zu.


Hudson