Supersonic Man


‘Er kam aus dem All, um die Erde zu retten!’


Originaltitel: Supersonic Man (1979) Regie & Drehbuch: Juan Piquer Simón
Darsteller: Antonio Cantafora, Cameron Mitchell, Diana Polakov FSK: 12


Up, Up & away!
Der ’Supersonic Man’, ein freundliches Überwesen, das in einem Spielzeug-Raumschiff durch die Galaxien gondelt, wird von seinen Vorgesetzten für eine wichtige Mission auserwählt. Er soll auf den Planeten Erde reisen, auf dem der ’Megalo-Mad Scientist’ Dr. Gulik gerade ein bissel zu doll auf die Kacke haut. Ausgestattet mit Körper und Geist, die “…unbesiegbar sind…“, soll er den Wahnsinnigen zur Vernunft, und Ordnung ins Chaos bringen.
Und schon fliegt er los, der ’Supersonic Man’. Durch’s Vakuum des Weltalls, das zwar luftleer sein mag, es aber es trotzdem schafft, sein Cape wehen zu lassen, als steckte er im Windkanal fest (ein schmissiger Disco-Song darf als Begleitung natürlich nicht fehlen). Derweil hat Dr. Gulik (Cameron Mitchell, ’Das Geheimnis der Todesinsel’) mithilfe eines überdimensionalen Spielzeug-Roboters den Wissenschaftler Prof. Morgan entführt und auch noch dessen Vorratskammer voll radioaktivem Material geplündert.
Auch die Tochter des Professors, der von Gulik genötigt wird, bei den obligatorischen Welteroberungsplänen behilflich zu sein, soll als Druckmittel entführt werden, doch nun naht Supersonic Man zur Hilfe, um die Dame, den Tag und die Welt zu retten…

Vorsicht!
Supertrashige Spaß-Fiction aus Spanien!

’Scorpio Returns’:
The Search for Homer!
’Supersonic Man’ ist ganz im Geiste der quietschig-kultigen Sechziger Jahre ’Batman’-Ausgabe mit Adam West aufgezogen, komplett mit knallbunten Kostümen (sowohl bei Schuft, Held und Handlangern, herrlich!), unterirdischen Geheimlaboren, U-Booten, Strahlenkanonen, Haien und stotternden Henchmen.
Mit Cameron Mitchell (der hier mehr als je zuvor wie eine Mischung aus William Shatner und Kirk Douglas ausschaut) hat der Film einen tauglichen Darsteller im Schurken-Sessel zu sitzen, der Untergebene und Geiseln ständig mit pseudo-philosophischem Gerede über Macht zusäuselt (“Ich bin genau wie Cäsar.“ und “Wir müssen diesen Superman finden, bevor er mein Imperium zerstört!“) und als Machtdemonstration irgendwelche unbewohnten Inseln im Pazifik in die Luft sprengt. Kurz gesagt: Ein Schuft, wie er im Groschenheft steht. Hauptdarsteller Antonio Cantafora hat den Charme eines verschmitzten Versicherungsvertreters, der, wann immer er in seine Uhr spricht (“Mögen die Kräfte der Galaxis mich nicht verlassen.“) sich in einen maskierten Kraftprotz verwandelt (kein Witz: sein Alter Ego wird von einem Bodybuilder verkörpert, wie es auch schon Bill Bixby und Lou Ferrigno in der TV-Serie ’Hulk’ handhabten). Dass Letzteres auch unter Wasser funktioniert, versteht sich von selbst. Auch mit von der Partie: ’Dritte Reihe-Strolch’ Frank Brana (’Die Rückkehr der reitenden Leichen’), ein poppiger ’Seventies Soundtrack’, eine ordentliche Prise Humor und Effekte, die in Modellbau-Kulissen, Rück-Projektionen und Pyro-Zauber schwelgen.

Der rostfreie Robo von Schweiß-o-mat.
Schon morgen könnte er in ihrer Küche stehen.

Wer beim Anblick fliegender Muskelmänner und feuerspuckender Trashcan-Roboter in Verzückung gerät, und immer für eine augenzwinkernde Hommage (obwohl ich mir beim Augenzwinkern nicht wirklich sicher bin) am Superhelden-Genre zu haben ist, dem kann ich ’Supersonic’ vorbehaltlos ans Herz legen.

Hudson