Super Mario Bros.


‘Can two plumbers save the world from going down the drain?’


Originaltitel: Super Mario Bros. (1993)
Regie: Annabel Jankel, Rocky Morton, Roland Joffé & Dean Semler
Drehbuch: Parker Bennett, Terry Runte & Ed Solomon
Darsteller: Bob Hoskins, John Leguizamo, Dennis Hopper FSK: 12


Wenn man den ’Super Mario Bros.’-Film mit einem Ein-Wort-Review versehen würde (und ich bin fast versucht, es dabei zu belassen, denn mehr hat er eigentlich auch gar nicht verdient), dann wäre dies die englische Bezeichnung ’Trainwreck’.
Da wir hier aber keine Ein-Wort-Review-Seite sind, sondern Labertaschen und vor allem Fans der ’Super Mario’-Spiele, kommen wir nicht umhin, dem Film das zu spendieren, was er verdient hat: Einen kompletten Verriss.

Zur Story:

So weit, so... äh
Als die Paläontologin Daisy ihre Ausgrabungsstätte mitten in New York nicht räumen will, lässt der lokale Mafiaboss den Platz kurzerhand überfluten. Zu Hilfe eilen die beiden Klempner-Brüder Mario (Bob Hoskins) und Luigi (John Leguizamo). Kaum die Rohrzange ans Ventil gelegt, tauchen seltsame Gestalten auf und entführen Daisy. Das weckt den Heldenmut in den Mario Bros. und es beginnt eine wilde Jagd nach Dinohattan, einer anderweltlichen Untergrund-Metropole voller weiterer verrückter Figuren. Hier herrscht der durchgeknallte Koopa (Dennis Hopper), der nicht nur Daisy, sondern auch die Königsfamilie ’derer von Pilz’ gekidnappt hat und mittels eines Mad Scientist-Apparates Menschen in Dino-Trooper verwandeln kann. Die Mario Brüder müssen ihr Klempner-Repertoire um einige Hilfsmittel (Hüpf-Boots, ’Jump ’n’ Run’, nicht wahr?) erweitern und ihr ganzes Können in die Waagschale legen, um dem ganzen Schlamassel ein Ende zu bereiten, Daisy und die Royals samt Dinohattan retten und höllisch aufpassen, dass es nicht zum GAME OVER Bildschirm kommt.

Dinohattan T.F.U. Place Underground

Tja, Pech gehabt. GAME OVER ALL OVER!
Wenn unsere Enkelkinder in vielen, vielen Jahren mit tellergroßen Augen vor dem Spezial-Regal der 1001 Game-Movies stehen und fragen “Wann fing der ganze Schwachsinn eigentlich an?“, dann können wir auf ’Super Mario Bros.’ zeigen (den wir, wie die anderen 1000, aufgrund nostalgischer Unzurechnungsfähigkeit unser Eigentum nennen) und sagen: “Genau hier!“
Ja, diese Posse wies den Weg für die bis heute andauernde Serie (Ausnahmen bestätigen die Regel) verhunzter Software-Verfilmungen.
Da bringt es auch nix, wenn man Schauspieler anheuert, die ihr Können in vielen Filmen (guten und weniger guten) bewiesen haben. Hier gebährden sie sich wie debile Kasperköppe. Hinzu kommt, dass ausgerechnet Bob Hoskins, der normalerweise als netter Knuddelbär auftritt, gerade hier furchtbar grummlig daher kommt und kaum Sympathie erweckt.

Sie fassen's selbst nicht.
Und Dennis Hopper mit seinen Whitie-Cornrows und dem seltsamen Blick (der hatte wohl selbst ein bissel von den Pilzen genascht) hat’s als Bösewicht einfach nicht drauf (siehe ’Waterworld’, wo er sich ähnlich bescheiden gibt).
Der Hauptkritikpunkt ist, dass dieser Stuss schon rein optisch gar nichts, überhaupt nichts, nix, nüscht, nada, niente mit der knuddeligen Vorlage zu tun hat. Das hat ja sogar die einigermaßen spaßige Cartoon-Serie hinbekommen. Selbstverständlich ist das auch eine Frage des Budegets. Aber wenn man die Patte nicht hat, dann muss man auch einfach drauf verzichten, verdammich nochmal.
An allen Ecken und Enden wimmelt der Film vor widerlichem Gesocks, das kleine Kinder wahrscheinlich um den Schlaf bringt und der Look ist so verdammt düster, dass ’Super Mario Bros.’ in dieser Hinsicht sogar dem verdammten ’Blade Runner’ Konkurrenz machen kann. Die Ausstattung würde jedes Future-Noir-Vehikel aus dem B-Bereich stolz machen. Latex, Schleim, Wucherpilze, Zweibein-Saurier in SS-Uniformen, Lance Henricksen und ’Roxette’ … alles super, aber alles Dinge, die verdammt noch mal nicht in einen Film gehören, auf dem ’Super Mario’ drauf steht!

Genug gesehen?

Ohne den Anspruch, die Adaption des beliebtesten Videospiels zu sein, wäre der Film als verplantes Schrill-Trashfest durchgegangen. Eine Verfilmung der ’Super Mario Bros.’ konnte aber nirgendwoanders hingehen, als in die Latzhose. Das Ding hätte schlichtweg niemals produziert werden dürfen.



PS: Hier noch die Pressestimmen vom Backcover der VHS!
„Phantasiewelt der Dinos. Gigantisches Action-Spektakel.“ KINO
„Actiongeladenes Kinoabenteuer … Mad Max meets Blade Runner … der Film zum erfolgreichen Videospiel … und Mario rettet die Welt von den direkten Nachfahren der Dinosaurier“ CINEMA
„Die Dinosaurier sind nie ausgestorben.“ MÄDCHEN
„Aufhören! Aufhören!“ MEINE NERVEN


Hudson