Sundown - Der Rückzug der Vampire


‘There's two kinds of folks in Purgatory. Vampires and lunch.’


Originaltitel: Sundown: The Vampire in Retreat (1990) Regie: Anthony Hickox
Drehbuch: John Burgess & Anthony Hickox
Darsteller: David Carradine, Morgan Brittany, Bruce Campbell FSK: 16


Coole Typen unter heißer Sonne

Die komplett vampirische Bevölkerung des abgeschiedenen Wüstenkaffs Purgatory gehört nicht wirklich zur alten Schule des Blutsaugens. Sie schmieren sich tagsüber mit Super-Sunblocker ein, um vor dem UV-Licht geschützt zu sein, ernähren sich von synthetisch produzierter Hemoglobin-Paste und lassen Menschen in Ruhe, wenn sie ihnen nicht allzu sehr auf die Nerven gehen.
Während sich die Anhänger des Vampirfürsten Mardulak (David Carradine) an das friedliche Szenario gewöhnt haben, meinen einige Vampire die Rückkehr zum alten Weg anstreben zu müssen. Als die Blutfabrik nicht mehr genug Konserven abwirft wird Ingenieur Harrison (Jim Metzler) in die Stadt gerufen. Dessen Frau hatte einst eine Affäre mit Fabrik-Chef Shane (Maxwell Caufield), der nun einer jener Vampire ist, die gegen Mardulak aufbegehren. Während mithilfe des Stadtältesten Jefferon (John Ireland) Auswärtige ’konvertiert’ werden, um auf Seiten der abtrünnigen zu kämpfen, haben die Töchter der Harrisons, selber ausgemachte Vampirfans, einige Begegnungen der seltsamen Art. Unter anderem mit Graf Mardulak persönlich, hinter dessen nom de plume niemand anderes als Dracula selbst steckt. Wo Dracula sein (wenn auch friedfertiges) Unwesen treibt, da ist ein Van Helsing meist nicht fern. Und so purzelt ein trotteliger Nachfahre des berühmtesten aller Vampirjäger (Bruce Campbell!) mitten in einen Bürgerkrieg seiner ärgsten Widersacher…

Bleiche Monster in finsterer Nacht

Ihr wollt endlich mal Abwechslung vom ewigen Genre-Einerlei? Ihr wollt sonnenbadende Opi-Vampire in der Hollywoodschaukel, die nervenden College-Bratzen mit einem Hieb die Rübe abhauen? Ihr wollt Stop Motion-Fledermäuse die sich über die Abendplanung unterhalten? Ihr wollt Bruce Campbell? Ihr wollt, dass ich endlich zur Sache komme?
Wenn ihr mindestens vier dieser fünf Fragen mit einem netten ’Ja, bitte!’ beantworten könnt, dann seid ihr bei ’Sundown - Rückzug der Vampire’ goldrichtig.
Von der exzellenten Besetzung, über den pointierten Humor, bis hin zum gekonnten Mix diverser Elemente aus Horror und Western, macht Regiesseur Anthony Hickox (’Waxwork’) hier alles richtig.
Die Musik von Richard Stone (‘Halloween Monster’) unterstreicht je nach Bedarf die Stimmung perfekt, die Sprüche passen wie die Faust auf’s… nein, wie der Schirm durchs Herz (“Whaddaya gonna do? It aint gonna rain!“), Special Effects und Action sind großzügig verteilt und jeder Darsteller ist nach Talent geordnet in der richtigen Rolle besetzt. Sei es David Carradine (’Frankensteins Todesrennen’) als stilsicherer Weirdo, Maxwell Caufield (’Grease 2’) als sexy Frisur-Bösewicht, M. Emmet Walsh (’Critters’) als zotteliger Grummel-Opa, John Ireland (’Wir sind die Stärksten’) als alter Fiesling oder eben Bruce Campbell (BRUCE CAMPBELL!) als verpeilter und überdrehter Vampirjäger. Eine Rolle, die so wahrscheinlich kein Zweiter hätte bringen dürfen… öh können!

Heitere Gangs im Angesicht der Vampirocalypse

Vom amüsanten Auftakt unter der Mittagssonne, bis zum klassischen Duell-Showdown um Mitternacht ist ’Sundown’ ein Heidenspaß, der Vorbildern alter Schule ebenso huldigt, wie er ihnen eine Nase dreht und mit eigenen Ideen, skurrilen Figuren und einem tollen Flair in Höhen der B-Movie-Unterhaltung flattert, die nur von den besten Genre-Mischen erreicht werden. Empfehlung an… einfach alle!


Hudson