Ghost with Hole



Originaltitel: Sundelbolong (1982) Regie & Drehbuch: Sisworo Gautama Putra
Darsteller: Suzzanna, Jafar Breel, Barry Prima FSK: unbekannt


You're gonna diiiiiiiiie!!!

Suzzanna, die Königin des indonesischen Horror/Fantasy-Films. Seite an Seite mit Barry Prima, seines Zeichens unumstrittener König der gleichen Genres... plus dem Actiongenre.
Sundelbolong wurde ebenfalls 1981 gedreht, und zwar von Sisworo Gautama Putra, demjenigen welchen, der auch den fantastischen "Jaka der Rebell" aka "The Warrior" auf die ahnungslose Menschheit losgelassen hat.

Ich hab ja einiges erwartet ...
aber DAS?!
Sundelbolong ist allerdings weniger Fantasy und Action als vielmehr Horror mit ein wenig Drama. Er handelt von Alisa Hendarto, einer jungen Frau (Suzzanna) die mehr oder weniger glücklich verheiratet ist. Ihr Mann (Barry Prima) ist allerdings kaum da, um sich um sie zu kümmern, da er häufig auf Geschäftsreisen ist. Während sie eines Abends mit dem Auto unterwegs ist, wird sie von vier Kaputten angehalten und brutal vergewaltigt, und zwar von einem Mann, der, soweit ich das korrekt verstanden habe, eigentlich ein Freund ihrer Familie ist, ganz zu schweigen davon, dass ihre Mutter (!!!) bei dem ganzen Treiben wohl die Drahtzieherin ist... danach darf der ganze Rest der Sleazebande auch nochmal drüber rutschen. Leider liegt mir hier nur eine weder synchronisierte, noch untertitelte Version des Films vor, deshalb kann ich über genaue Zusammenhänge und Gespräche wenig sagen.
Die anschließende Gerichtsverhandlung verläuft nicht gerade zugunsten Alisas und als ob das nicht schon genug wäre, ist sie zu allem Überfluss auch noch schwanger, nur leider nicht von ihrem Mann, sondern von einem der Vergewaltiger. Das treibt Alisa fast in den Wahnsinn und sie beginnt schreiende, entstellte Babies zu sehen. Schließlich versucht sie, das Baby allein im Bad abzutreiben und verblutet dabei.
Doch sie kehrt zurück; als weiblicher Rachegeist; als Sundel Bolong. Das ist eine Art lebende Tote, die ein riesiges Loch im Rücken hat, welches vollkommen von Maden befallen ist. Time for Revenge!

Yepp, Laser gibt's auch
Wo die erste Hälfte des Films noch weitestgehend frei von Verrücktheiten der übernatürlichen Art geblieben ist, bekommen wir in der zweiten Hälfte die volle Breitseite zu spüren. Da wird dann auch schon mal die Slapstickschiene gefahren, trotzdem dieser Film hier eiiiigentlich eine ernste Storyline verfolgt. Ein paar Szenen haben mich da schon ein wenig an den japanischen Klassiker Hausu erinnert. Skelettfressen, Flucht im FastForward Modus... dabei hätte der Film das nicht mal nötig. Wenn Rachegeist Alisa dann auch noch 'nen Crossdresser mit Pigtails per ferngelenktem Auto in einem Schuppen triezt, dann bleibt die Ernsthaftigkeit dann doch ein wenig auf der Strecke. Dieser Film hat 'nen gewissen, oldschooligen Geisterbahncharme. Ist aber schon irgendwie ziemlich geil, wenn Alisa ihren Opfern erscheint und sie scheinbar tötet, was aber hinterher immer nach Unfall aussieht. So jagt sie einen ihrer ehemaligen Peiniger durch einen komplett weißen Raum, durchbricht die Wand und durchbohrt den Typen mit ihrem eigenen Grabstein. Als er gefunden wird liegt er allerdings auf dem Friedhof, scheinbar gestürzt und auf dem Grabstein gelandet. Charming, sag ich, charming.
Ihre Mutter findet im letzten Viertel des Films ebenfalls ein jähes Ende auf einem Strommast.

Ich lass das jetzt mal unkommentiert im Raum stehen...

Am Schluss wird dann noch einmal das volle Programm aufgefahren. Alisa sendet fliegende Arme aus, die ihre Opfer verfolgen, verprügeln und durchbohren (!!!). Genial. In solchen Szenen bin ich immer wieder dankbar, dass es mittlerweile Möglichkeiten gibt, an solche Filme ran zu kommen. Zuguterletzt bekommt man sogar noch eine herrliche Penanggalanattacke aufgetischt. Diesmal allerdings, im Gegensatz zu "Witch with flying Head" "Krasue" oder "Mystics in Bali" mit einem Totelschädel samt baumelden Eingeweiden.
Groß, ganz groß! Ein wirklich gutes Ding.


Goatscythe