Die Stunde, wenn Dracula kommt


‘The Undead Demons of Hell Terrorize the World in an Orgy of Stark Horror!’


Originaltitel: Maschera del demonio, La (1960) Regie: Mario Bava
Drehbuch: Ennio De Concini & Mario Bava
Darsteller: Barbara Steele, John Richardson, Andrea Checchi FSK: 18


Irgendwann im 17. Jahrhundert:
Es läutet zur Hexenjagd. Jeder der nicht ganz geheuer ist, wird ans Kreuz genagelt, bekommt die Satansmaske verpasst und soll im Feuer brennen. So auch Adelstochter Asa (Barbara Steele) und ihr Cousin Jatuvich, dem nachgesagt wird, ihm wohne Draculas Geist inne. Zwar verhindert der einfallende Regen ihre Verbrennung. Doch das Grab in der Verdammnis des unheiligem Bodens ist ihnen sicher…

Der Asbesthelm für das Fegefeuer

Irgendwann im 19. Jahrhundert:
Pofessor Kruvajan und sein Assistent Dr.Gorobec sind auf dem Weg zu einem Ärzte-Kongress, als ihre Kutsche im finsteren Wald eine Panne hat. Bei einem Ausflug in die naheliegende Gruft (!) zerstört der Profesor in einem Handgemenge mit einer Fledermaus den Bann auf das Grab der Hexe Asa, die nun von den Toten erwacht und nach Rache & Blut dürstet. Gemeinsam mit Jatuvich, der ebenfalls dem Grab entstiegen ist, reißt sie das Anwesen ihrer Nachkommen in einen Strudel des Grauens.

Buhu! Buhu!
Italiens Rock & Schock Meister Mario Bava nimmt uns mit in ein schwarz/weißes ’Mystery-Land’, wo der Grusel haust.

Sieht zwar aus wie
Gérard Depardieu,
ist jedoch der
Fürst der Finsternis.
Etwa zu selben Zeit als, die ’Hammer-Studios’ Christopher Lee (der 1961 selbst für Bavas ’Vampire gegen Herakles’ vor der Linse stand) als transylvanischen Grafen ins Rennen schickten, brachte uns M.B. diese stimmige Alternative. Die Story ist weniger originell, denn klassisch. Wie diese jedoch von Bava in Szene gesetzt wird, ist grandios.
Da der ’Gefahr: Diabolik’ Macher hier neben dem Regie-Posten auch wieder den Platz des Kamera-Mannes einnahm, besitzt das Resultat eine eindrucksvolle Optik. Hier werden Gemälde-gleiche Bilder auf die Leinwand gezaubert, Kamera-Tricks vom Feinsten aufgefahren und auch der Schock-Faktor mittels (für diese Zeit) eindrucksvoller Effekte, befriedigt.
Dieses solide Gruselvergnügen kann weder von dem ab und an aufkeimenden Overacting, noch einigen nicht ganz passend wirkende Dialogen (“Schicken sie nach Konstantin. Wir müssen sofort das Auge der Hexe ausstechen!“) versaut werden.

Da isser: Kai aus der Kiste!

’Die Stunde wenn Dracula kommt’ bietet stimmungsvollen Grusel, ist jedoch zuweilen unfreiwillig komisch. Wer gothischen Vampir-Horror liebt kommt an dem Film aber nicht vorbei.

Hudson