Die Stunde der Ratte


‘They're big. They're back.. and they're hungry.’


Originaltitel: Food of the Gods II (1989)
Regie: Damian Lee Drehbuch: Richard Bennett & E. Kim Brewster
Darsteller: Paul Coufos, Lisa Schrage, Réal Andrews FSK: 18


Genforscher Neil Hamilton wird zu Rate gezogen, nachdem seine ehemalige Professorin einen Jungen aus Versehen mit Wachstums-Hormonen zu einem Riesen hat impfen lassen. Klingt dämlich? Wartet’s nur ab!
Doc Hamilton forscht nun an dem Wachstumsbeschleuniger, mit dem Ziel ein Gegenmittel zu finden. Natürlich geht das in die Hose und fortan wachsen Riesentomaton im Campus-Laboratorium ... und zwar direkt an den Käfig mit den Laborratten heran. Die Nager naschen vom manipulierten Gemüse und wachsen innerhalb kürzester Zeit zu doppelter Größe. Als ein Sonderkommando hiesiger Protest-Studniks das Labor stürmt, um Publicity-wirksame Anti-Tierversuch-Fotos zu schießen, geht alles schief. Die Ratten gelangen aus ihren Käfigen und töten einen der Studenten. Nachdem die Uni-Leitung einen Kammerjäger auf die Sache angesetzt hat, bringt dieser tatsächlich eine der Ratten (mit dem Flammenwerfer) zur Strecke und der Fall gilt als gelöst. Doch Doc Hamilton weiß es besser. Es sind noch andere Riesenratten dort draußen und sie sind nicht auf Käse scharf…

Sumpfonie des Schreckens

’Die Stunde der Ratte’ aka ’Gnaw - Food of the Gods II’ ist eine Art Quasi-Fortsetzung des thematisch ähnlichen (Riesenratten greifen Menschen an!) ’Insel der Ungeheuer’ von Bert I. Gordon und vermengt einmal mehr Tierhorror-Klischees mit absurdem Monster-Trash. So gibt es auch hier wieder das Eingreifen des Menschen in die Natur zu kritisieren, einen Protagonisten, der gegen den Willen seiner Vorgesetzten vor dem Unheil warnen will (selbstverständlich ohne Resultate), eine finale Großveranstaltung, in der alle Protagonisten und alle Biester zusammentreffen (hier ein Wettbewerb im Synchronschwimmen… PRUST!) und zur Krönung ein paar Studenten, die sich tatsächlich beschweren, dass Tierversuche von ihren Studiengebühren bezahlt werden.

Echte Wasserratten
Hanebüchener Unsinn wird von Regisseur Damian Lee (’Abraxas’) mehr als genug verzapft. So findet das Vernaschen der Riesentomaten durch die Ratten parallel zum Vernaschen einer Kollegin durch Doc Hamilton statt (What were they thinking?!) und der Hausmeister der Uni wird im Heizungskeller in eine Ratten-Verfolgungsjagd auf seinem Golfcart verwickelt.
Auch ganz groß: Ein italienischer Austausch-Student mit Pionierblase zieht beim Schäferstündchen mit der Campus-Schlampe im Gebüsch vor der Fakultät die Coitus Interruptus-Karte, um kurz Auszutreten, nur um von einem der Biester den Schniedel angenagt zu bekommen.
Sexszenen gibt es hier überhaupt mehr als genug, unter anderem eine Traumsequenz, in der Hauptdarsteller Paul Coufos (’Drei Engel auf der Todesinsel’) beim Geschlechtsakt zu Riesengröße wächst, was die Dame in deren Schoss er gerade verweilt kaum zu stören scheint. Die Schauspiel-Kunst der Beteiligten wird ihnen jedenfalls keinen Blumentopf einbringen.
Am überzeugensten sind die Rat Attacks, die recht blutig und mal mittels einkopierter Biester, mal mit Hilfe von Mini-Sets recht stimmig in Szene gesetzt wurden. Neben dem völlig überzogenen Finale im Schwimmbad, in dem alles drunter und drüber geht (Ratten fallen Menschen an, und diejenigen die verschont bleiben, werden aus Versehen von tölpelhaften Polizisten abgeknallt), gibt es noch eine herrliche Mutations-Schmelze, in der ein Mad Scientist zum ’Toxic Avenger’ wird.

Erst Männchen machen, dann Männchen fressen

Keine Frage, das hier ist Trash, Oberkante/Unterlippe. Ein mörderischer Riesenbengel, die Synthie-Version von Beethovens ’Freude schöner Götterfunken’ und Bloody Giant Rats from the Campus Labratory… Wessen Augen bei solcherlei Unsinn aufleuchten, der wird wohl auch die anderthalb Stunden der Ratte gut rumkriegen. Aber eins noch:

Synchronschwimmen ist KEIN Sport!


Hudson