Streetfighters


‘If the law won't get them... we will!’


Originaltitel: Vigilante (1983) Regie: William Lustig
Drehbuch: Richard Vetere
Darsteller: Robert Forster, Fred Williamson, Richard Bright FSK: 18


Hach, schön...
Wegen einer Tagesordnung voller Morde, Raubüberfälle und Vergewaltigungen und der offensichtlichen Unfähigkeit der Polizei, die Bürger vor dem Abschaum der Straßen zu beschützen, sammeln sich allmählich einige “rechtschaffene“ Schläger im Hexenkessel New York zusammen, die auf eigene Faust etwas gegen die Verbrechen unternehmen wollen. Unter ihnen ist Nick (Fred Williamson), der endgültig die Schnauze voll hat und im Bekanntenkreis die Vigilante-Werbetrommel rührt. Sein Kollege Eddie Marino (Robert Forster) will davon nichts wissen und glaubt, um so etwas müsse sich das Gesetz kümmern. Doch dann wird Marinos Frau von einer üblen Horde Punks überfallen und brutal zusammengeschlagen und ihr kleiner Sohn kaltblütig erschossen. Doch weil das Gesetz versagt, kann der verhaftete Haupt-Täter seiner gerechten Bestrafung entgehen. Stattdessen bekommt der verzweifelte Familienvater selbst 30 Tage Knast aufgebrummt, als er nach Verkündung des Urteils einem Wutanfall erliegt und versucht, den Richter selbst zu attackieren.
Im Knast lernt Marino den alten Rake (Woody Strode) kennen, der ihm in der Dusche den Arsch rettet und ihm erklärt, dass er nie wieder im Knast landen darf (achso).
Als er schließlich wieder draußen ist, schließt sich der vollends verbitterte Mann Nicks Vigilantes an und … na ja, ihr wisst schon: Noch mehr Gewalt!

Nicht so schön...
Apropos ’mehr’. Ich hatte wirklich mehr erwartet von ’Maniac Cop’-Regisseur William Lustig. Der leitet nämlich seinen eigenen kleinen ‘Ein Mann sieht rot’-Verschnitt aufs Plumpste ein und macht so schon von vornherein klar, dass hier grobe Kräfte sinnlos walten. Da ridern offensichtlich böööse Punks grimmig durch die Gegend, bespritzen alte Opis mit Benzin, schlagen und vergewaltigen Frauen und schießen einem kleinen Kind grinsend mit der abgesägten Schrotflinte in den Kopf. Geschmackloser und dummdreister geht’s nimmer. Lustig will damit ohne den Hauch einer Charakterisierung unverzügliche Abscheu gegenüber den Tätern voraussetzen, erreicht jedoch nur die Abscheu gegenüber seinen Methoden. Jedenfalls bei Zuschauern, die mehr als einen Strudel Grütze im Hirn haben.
Ein Angeklagter, der 22 Mal vor Gericht war, bekommt für einen gestandenen Mordversuch und schwere Körperverletzung 2 Jahre auf Bewährung? Ich gebe zu, kein Kenner des amerikanischen Rechtssystems der 80er zu sein, aber ich glaube, hier pfeift nicht nur mein Schwein.
Bullen, Gefängniswärter, Anwälte, Richter… alle Autoritäten sind korrupt und verdorben. Für Recht und Ordnung sorgt nur einer: Fred Williamson (’Boss Nigger’). Jaha, das hätte der ’Hammer’ sicher gerne. Und ’Blaxploitation’-Star Williamson ist es auch, der hier die beste Show abliefert. Böse Miene, fiese Taten und heiße Sprüche zu guten Absichten. In einer Nebenrolle wird Steve James (’American Fighter 2’) verschenkt.

“Dieser Penner ist nur ’ne Speiche. Ich will aber die Nabe haben, um die sich das Rad dreht!“

Na schön...

Und dieser Film ist nur die Ventilkappe, ohne die es sich genau so gut fährt. Selbst das schundige Revenge-Genre hat besseres verdient, als einen dramaturgischen Dünnbrettbohrer dieser Art. Wenn der letzte Schurke hier schließlich sein Ende findet, ist nichts, aber auch gar nichts geschafft. Traurig, Mr. Lustig.


Hudson