Street Fighter


“The ultimate battle is about to begin.”


Originaltitel: Street Fighter (1994) Regie & Drehhbuch: Steven E. de Souza
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Raul Julia, Kylie Minogue FSK: 16


Auf dem Arm: Die Flagge
Im Kopp: Haufen *****.
Der dämonische General Bison (Raul Julia, ’Addams Family’), Herrscher über das süd-ost-asiatische Fantasy-Reich ’Shadaloo’ hat eine Schar ziviler und militärischer Geiseln der (nicht minder phantastischen ’Allied Nations’, kurz A.N.) gefangen genommen und droht diese binnen 72 Stunden zu töten, sollten seine Forderungen nich erfüllt werden.
Da hat A.N. Colonel Guile (’Muscels from Brussels’ Jean-Claude van Damme, mit roten Haaren) aber etwas dagegen und mobilisiert sein Team (u.a. Kylie Minoque!) und die Truppen. Als die beiden Kleinganoven Ken und Ryu den Untergrundboss Sagat (Wes Study, ’Geronimo’) bescheissen wollen, landen sie gemeinsam mit ihm und seinem Helfer Vega im Knast. Blitzmerker Guile kommt schnell dahinter, dass Ken und Ryu eigentlich ganz dufte Typen sind und schlägt ihnen vor, sich auf einen Deal mit ihm einzulassen.
Gemeinsam mit den beiden Jungs, der schnüffelnden Reporterin Chun Li (Ming Na, ’Mulans’ Originalstimme) und etlichen weiteren Witzfiguren aus der altehrwürdigen Streetfighter Serie ziehen Guiles Truppen in den Kampf gegen den größenwahnsinnigen Ursupator.

’Quatsch mit Sosse’ nannte man das in den Fachkreisen des Kindergartens damals und genau da, so könnte man meinen (wüsste man es nicht besser), haben auch die Macher dieser Prügel-Schote ihr Handwerk gelernt.

I should be so lucky,
lucky lucky lucky...
Story, Ausstattung und Action sind Banane. Die Figuren aus dem beliebten Prügelspiel sind bis über die Grenze der Lächerlichkeit in die hustHandlunghust hineingestopft worden. So ist der Boxer Balrog (Grand L. Bush, ’Stirb Langsam’) ein Kameramann, der Sumo Honda (Peter Navy Tuiasosopo, ’The Scorpion King’) ein Techniker und der indische Gummimann Dhalsim (Roshan Seth, ’Indiana Jones und der Tempel des Todes’) ein Wissenschaftler. Auch die anfangs recht witzige Mimik von Raul Julia, der hier zu aller Schande in seiner allerletzten Rolle zu sehen ist (das hat er wirklich nicht verdient), verwandelt sich bald in alberne Fratzenschneiderei. Vor allem aber der belgische Beulen-Bully, Van Damme nervt ein weiteres Mal mit gewollter, aber nicht gekonnter Power-Mimik, schlecht getimter Comedy und One-Linern aus der Spruch-Kloake. Lediglich der tumbe Russe Zanghief (Andrew Bryniarski, ’Hudson Hawk’) lädt hie und da mal, auf Grund seiner extrem doofen Schusseligkeit, zum Schmunzeln ein. Das kann es doch aber noch nicht gewesen sein? Doch!
Es sei denn Ballereien, bei denen niemand getroffen wird, Martial-Arts-Verschnitte, bei denen es ähnlich zu geht, und ein ’Stars & Stripes’ Abziehbild auf JCs Bizeps sind Grund genug, die Ungereimtheiten dieser Gurke über sich ergehen zu lassen.
Warum täuscht Guile seinen Tod vor, warum hat Raul Julia bei dieser Grütze seinen Charakterkopf hingehalten und warum hat der Film eine FSK 16?
Fragen über Fragen, deren Antworten nie befriedigend genug sein könnten und dementsprechend so überflüssig sind wie das Machwerk selber!

Game Over!

’Street Fighter’ ist zum Kopfschütteln einladender Action-Murks mit gewissem Camp-Faktor, aber nur schwer verdaulich für Fans und Leute, die was Handfestes brauchen.

Nool