Adventure Land

aka

Storybook


‘Anything is possible, if you believe.’


Originaltitel: Storybook (1995) Regie: Lorenzo Doumani
Drehbuch: Susan Bowen & Lorenzo Doumani
Darsteller: Sean Fitzgerald, Swoosie Kurtz, Richard Moll FSK: 6


Storybook (auch bekannt als 'Adventure Land'...) wirkt anfangs wie ein klischeehafter Kinder-Fantasyfilm aus der Mittelklasse. Dieser erste Eindruck hält allerdings nicht allzu lange an, denn spätestens, wenn wir ins "Adventure Land" kommen, fängt der Film wirklich an Spaß zu machen. Die Produktionskosten sehen nicht unbedingt niedrig aus und trotzdem ist der Film, wenn wir mal einen Blick auf seine Effekte, Kostüme und Monster werfen reinster Trash. Es gibt grunzende Gummi-Piranhas, eine sprechende Monster-Schlange, Ratten-Handpuppen, Zeichentrick-Blitze und Plastik-Fledermäuse. Und nicht nur diese Sachen machen den Film ziemlich ulkig. Auch die gesamten Charaktere des Fantasy-Landes sind eigentlich witzig geraten.

Ja, Junge. Hör gut zu, was der olle Zausel zu sagen hat!

Story(book): Der kleine Brandon zieht nach dem Tod seines Vaters ("Mein Dad kommt wieder! Er ist nicht tot! Er lebt! Ich weiss es!"), der Pilot bei der Airforce war und dabei wohl verschwunden ist, mit seiner Mutter zu ihrem alten Onkel Monty, der ein großes altes Haus besitzt. Auf dem Dachboden (auf den er eigentlich nicht gehen darf, weil es da natürlich unheimliche Dinge gibt) findet Brandon ein altes Buch mit dem Titel 'Storybook' - und kurz darauf schreitet er durch eine Tür und findet sich in einer Fantasy-Welt wieder. Nach einiger Zeit findet er Gesellschaft in Woody (Richard Moll, ‘Spiders 2'), einem Holzfäller und Analphabeten. Zusammen finden sie beim weiteren Lesen im Storybook raus, dass Brandon möglicherweise 'Der Auserwählte' ist, den die Prophezeiung voraussagt, um das Land von der Tyrannei der bösen Königin Übel-Krähe (im Engl. heißt sie dezenterweise Queen Evilia) zu befreien. Dabei bekommen sie noch die Hilfe des boxenden Kängurus Ponch, des verwirrten Zauberers Illuzor, sowie einer Eule und Brandons kleinem Hund (oooh, ist der süüüß). Übel-Krähe beherrscht das Reich übrigens seit sie vor Jahren ihre Schwester, die Königin Herzensgut (jetzt reichts aber! Original-Fassung: Queen Benevolence) vergiftet hat. Ihr Berater ist eine sprechende Trash-Schlange mit Namen Hiss (ehey, vielleicht ein Verwandter von Sir Hiss himself) und in ihrem Kerker befindet sich der junge Prinz Arthur, der ihr eine wichtige Information, mit der sie noch mehr Macht erlangen könnte, vorenthält.

Sssnake & Ssswoosie

Okay, wie ich schon sagte, in diesem Film treffen wir auf eine ganz illustre Runde von ulkigen bis trashigen Figuren. Auch die Schauspieler sind recht witzig. So leistet Swoosie Kurtz als Königin Übelkrähe natürlich heftiges Over-Acting, während unser Held Brandon Sean Fitzgerald der Sohn eines Produzenten des Films war. Auch James ‘Scotty’ Doohan als Onkel Monty und Trash-Gesicht Richard Moll sind amüsant zu sehen. Wodurch der Film aber neben einer seichten aber irgendwie angenehmen Stimmung am meisten punktet, sind sicherlich seine Effekte und Ungetüme. So gesehen eben ein Film, der Kinder und Erwachsene auf unterschiedliche Weise unterhalten kann. Wirklich heftig ist allerdings dann das Ende, in dem wir so etwa jedes Klischee zu sehen bekommen, das ich kenne. Es ist sogar sinnloserweise auf einmal Weihnachten! Die Klischees sind hier zwar nicht bewusst lustig eingesetzt (vermute ich), wirken aber trotzdem eher lustig als wirklich nervig. Auch filmische Aspekte, wie drei mal die gleiche Einstellung vom nächtlichen Haus beim "Regen" zu zeigen, regen (höhö) irgendwie zum Lachen an. Lustige Szenen wie das Schattenboxen mit einem echten Schatten entschädigen dafür aber auch wieder. Noch ein witziger Punkt ist übrigens, dass Pouch (gesprochen aber Ponch oder Punch) die deutsche Stimme von Bender aus 'Futurama’ bzw Krusty dem Clown von den ‘Simpsons’ hat.

"Schwester, du siehst müde aus, ich hab ein Elixier für dich, um deine Lebenskraft zu stärken."
"Übelkrähe, wie gut du bist."

Ein Kid, ein Känguruh und Richard Moll...
Was kann jetzt noch schiefgehen?!

Fazit: Storybook ist zwar nicht unbedingt was besonderes, aber auf jeden Fall ein unterhaltsamer, lustiger und äußerst trashiger Fantasyfilm, den vermutlich Trash-Fans mit ihren Kindern ansehen könnten.


Spooner