Stormquest



Originaltitel: Stormquest (1987)
Regie: Alejandro Sessa
Drehbuch: Charles Saunders
Darsteller: Linda Lutz, Kai Baker, Rocky Giordani FSK: 16


Schicke Naturaufnahmen, die uns da zu Beginn präsentiert werden, dazu unerträgliches Synthie-Geleier und im Vorspann fällt der Name Hector Olivera. Alles klar, dies muss ein Barbarenfilm sein.

Neulich auf dem Schwielowsee.
Und da sind wir auch schon im Amazonen-Reich von Kimbia, wo man Männer hasst und sie nur zur Fortpflanzung nutzt. Drei der Damen dieser Gesellschaft haben sich jedoch nicht an die Regeln gehalten: Tani, die Hüterin der Schatzkammer hat ein paar Taler gemopst, Ascha, Jägerin und Kriegerin hat einen Kerl in die Weiber-Kommune reingeschmuggelt und Kenia, Orakel der Götter, hat irgendeine heilige Löwen-Gottheit freigelassen, wofür die drei Ischen von der Hohepriesterin (eine Judy Dench für Arme) zum Tode verurteilt werden. Und schon isses auch soweit, unter herrischem „Hört das Gesetz: Männer sind nur Samenspender und nichts weiter!“ Gebrüll werden die drei Grazien einen Wasserfall hinabgeschubst, aber gerade rechtzeitig von ein paar aufsässigen Kerlen gerettet.
Diese sind gerade aus den Kerkern der fetten und widerlichen Sturmkönigin geflohen (die übrigens gerne Männer als Treppenteppiche benutzt). Die Königin fackelt nicht lange und schickt ihre ’eiserne Legion’ los, um die Widerständler zu fangen. Letztere haben sich längst mit den abtrünnigen Amazonen angefreundet und planen eine Rebellion der Gleichberechtigung! („Ich muss mit dir reden! Unsere Gruppe ist nicht sehr groß. Wie sollen wir ein ganzes Königreich erobern?“
„Wie würdest du es anfangen?“ „Die unterdrückten Männer aufwiegeln!“ „Nö, die haben dafür zu wenig Verstand! Und die Samenspender wollen nicht auf ihr einziges Vergnügen verzichten.“ „Kann man ihnen das verübeln?“)

Unbegreifliches Grauen!
Nein kann man nicht. Aber a propos übel…
Der Film lässt sich locker in drei Katergorien aufteilen: Dummes Geschwätz, albernes Waffengeklirr und eine große miefige Mauke, in der Musik, Kameraführung, Schauspiel, Script und Regie jämmerlich ersticken.
Produzent und ’Barbarian Queen’ Spezi Hector Olivera hat neben extremer Unterbelichtung und den wohl lächerlichsten Soundeffekten der Barbaren-Film Geschichte hier auch wieder seiner Leidenschaft für (Frauen-)Folter Tribut gezollt (diesmal mit fiesen Spinnen). Das ärgerliche an der Sache ist, dass solche Filme auch tatsächlich Spaß machen können. Doch pseudo-religiöses Geschwafel mit einem Hauch Feminismus blasen das bissel Freude, dass einem diese Sandale hätte bescheren können, einfach weg. Hier liegt neben dem Hund auch ein ganzes Amazonen-Heer, ein Steinbruch, Wasserfälle und ein Löwe begraben. Nicht zu fassen, das der Film nach dem eigentlichen Finale dann noch satte 15 Minuten braucht, bis man endlich die Credits zu sehen bekommt.
Ab und an mal ein paar Gags (nach denen übrigens immer ein quäkiger Tusch gespielt wird) und leidlich lustige Dialoge („Aber ich bin etwas überrascht, dass du dich so leicht hast fangen lassen!“ „Du überrascht mich auch!“ „Wieso denn?“ „Weil ich nicht wusste, dass Schweine reden können!“), sowie erwachsene Männer die (ähnlich wie in ’Flesh Gordon 2’) sich in Sado Maso-Riemen kleiden und so tun, als wären sie Hunde, können das Vehikel nicht vor dem Versagen retten. Oder wie der Typ am Ende sagte: „Die Herrschaft eines Geschlechts über das andere ist schlecht. Aber vor allem ist es lächerlich!“ … Look who’s talking!

Durch’s wilde Kunersdorf.

Fazit: Völlig überflüssiges Barbaren-Filmchen, ohne Barbaren aber dafür mit einer Menge Sülz-Rhabarber und fetten Frauen in knappen Lederklamotten und Satin-Unterwäsche, die sich für Feministinnen halten. Verrückt!

Hudson