Stolz und Vorurteil


"Sometimes the last person on earth you want to be with is the one person you can't be without."


Originaltitel: Pride & Prejudice (2005)
Regie: Joe Wright Drehhbuch: Deborah Moggach
Darsteller: Keira Knightley, Rosamund Pike, Donald Sutherland FSK: 6


Ein Mann wie ich, der es ständig in den miesesten Gassen und mit den fiesesten Fressen zu tun hat, braucht ab und zu auch mal etwas Abwechslung. Und was wäre da besser geeignet, als die neueste Jane Austen Verfilmung ’Stolz und Vorurteil’.

Die heile Welt bei J. Austen...
Im England des 19. Jhd lebt auf einem Gut in der Nähe von London die liebenswerte Familie Bennet. Diese ist arm an Geld aber reich an Töchtern und weil der Vater (Donald Sutherland) es höchstwahrscheinlich nicht mehr so lange macht, ist die Mutter (Brenda Blethyn) ständig daran interessiert, alle Mädels gut unter die Haube zu bringen. Jeder halbwegs anständige Kerl, der seine paar 1000 Taler im Jahr sicher hat, wird als potentieller Ehemann in Betracht gezogen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der junge und wohlhabende Mr. Bingley (Simon Woods), der zusammen mit seiner scharfen Schwester (Kelly Reilly) und seinem griesgrämigen Freund Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) auf dem benachbarten Landsitz Quartier bezieht, von den Bennets mit großem Wohlwollen und Interesse begrüßt wird.
Zur großen Freude von Mutter Bennet verliebt sich Bingley in die älteste und hübscheste Tochter Jane (Rosamunde Pike, die jetzt auch neben The Rock in ’Doom’ zu bewundern ist) und sie sich in ihn.
Die beiden jüngsten Schwestern Lydia (Jena Malone, ’Donnie Darko’) & Kitty (Carey Mulligan) sind die ganze Zeit nur am Kichern und hoffen, beim in der Nähe stationierten Militär, die Aufmerksamkeit eines strammen Offiziers auf sich zu ziehen.

...als man noch richtig tanzte...
Mary, die mittlere Tochter macht den Eltern etwas Sorgen, weil sie nicht wirklich hübsch ist und auch leider überhaupt nichts von der Lebensfreude ihrer Schwestern hat. Aber wirklich schwer zu vermitteln ist wahrscheinlich nur die zweitälteste Schwester Elizabeth (Keira Knightley, die hier noch weniger auf den Rippen zu haben scheint, als bei ’Fluch der Karibik’). Die hat ihren eigenen Kopf, eine große Klappe und dazu die Vorstellung, dass eine Ehe aus Liebe und nicht aus finanziellen Beweggründen geschlossen werden sollte. Sie liest viel und lacht gerne (ich habe jetzt das ständige Zähneblecken einfach mal als Lachen interpretiert) und stößt sich sehr an der ruhigen, zurückhaltenden Art von Mr. Darcy. Sie hält ihn für arogant und aufgeblasen.
Und schon kann’s losgehen, mit den für Jane Austen typischen Irrungen und Wirrungen, die sich wie gewohnt, am Ende in Wohlwollen auflösen.
Jeder Topf findet seinen Deckel, sogar der trottelige Cousin Mr. Collins (Tom Hollander), dessen Heiratsantrag von Elizabeth abgelehnt wurde, findet in ihrer besten Freundin eine dankbare Ehefrau.

...und die Gentlemen romantische Ausblicke für ihre Anträge nutzten.

„Stolz und Vorurteil“ übernimmt teilweise ganze Dialoge wörtlich aus der Romanvorlage.
Die Landschaftsaufnahmen sind wirklich gelungen und Kostüme, Sets und Darsteller (auch Judy Dench ist dabei und macht das, was sie am besten kann: Schrullig sein und rumkommandieren) tun das übrige dazu, aus dem Film ein schönes Erlebnis zu machen.
Was den Witz und die Ironie betrifft, kommt er an den Roman nicht heran, aber trotzdem beschert uns Joe Wright hier ein durchaus amüsantes und angenehmes Machwerk, das zu sehen sich für alle lohnt, die einfach mal ein bisschen entspannen, seufzen und kichern wollen.
(Girly Giggles Galore!)

Nool