Stepfather II


‘Tonight - Daddy's Coming Home -
To Slice Up More Than Just The Cake!’


Originaltitel: Stepfather II (1989) Regie: Jeff Burr
Drehbuch: Carolyn Lefcourt, Brian Garfield, Donald E. Westlake & John Auerbach
Darsteller: Terry O'Quinn, Meg Foster, Jonathan Brandis FSK: SPIO/JK


Im Bestreben, aus dem charismatischen ’Stepfather’ eine Franchise zu schwurbeln, wurde dem spannenden Psychothriller mit gleichem Namen bald schon ein Sequel hinterhergeschoben, das zwar wieder den exzellenten Terry O’Quinn in der Titelrolle hat, jedoch nicht die Effektivität des Vorgängers besitzt.

So fängt's immer an...

Psychopathikus Jerry Blake (O’Quinn) hat nicht, wie im Original angedeutet, das Zeitliche gesegnet, sondern sitzt mit dicken Narben auf der Brust in der geschlossenen Psychatrie und träumt immer noch von der heilen Welt unter seiner Fuchtel. Sein Psychologe meint, gerade Fortschritte mit ihm gemacht zu haben, als Jerry ihm unvermittelt den klassischen Knast-Schraubenzieher in den Nacken bohrt. In Verkleidung eines (ebenfalls gemeuchelten) Wachmannes gelingt ihm die Flucht und bald darauf ist er schon im nächstbesten Vorort unterwegs. Ausgerechnet als ’Psychologe Dr. Clifford’ stellt er sich der Nachbarschaft vor und ausgerechnet die Immobilien-Maklerin Carol (Meg Foster) ist sein neues Objekt der Begierde. Die ist, ganz nach Jerrys Vorliebe, alleinstehend und hat einen jungen Sohn (Jonathan Brandis). Was kann jetzt noch schief gehen? ’Stepfather’-Fans wissen es längst! Nur die kleinste Abweichung von Jerrys Plan lässt das Tier im Manne wieder erwachen und bald wird die Nachbarschaft um einige Damen und Herren ärmer sein…

“Denk doch mal kurz darüber nach, okay!? Da sitzen wir und schütten unser Herz aus, vor einem Typen, den wir überhaupt nicht kennen.“

...so geht's meistens weiter...

Guter Punkt und nur eine von einigen Ungereimtheiten, die uns ’Stepfather 2’ verkauft. Dass ein Sequel dem Vergleich mit dem Original nicht standhalten konnte, war zu erwarten. Dennoch ist er besser gelungen, als ich zu hoffen gewagt hatte, was vor allem wieder an Terry O’Quinns beeindruckender Darstellung der Titelfigur liegt. Den fiesen, gewissenlosen und doch irgendwie charmanten Psychopathen mit Familien-Zwang spielt er so gekonnt wie schon in Teil 1, wenn auch die Übergänge zwischen nettem Nachbarn und wahnsinnigem Killer etwas holprig geraten sind. Auch Meg Foster (’Masters of the Universe’) und der noch junge Jonathan Brandis (’Sidekicks’) überzeugen in ihren Rollen als Opfer des irren Stief-Papas und zeigen sich im Finale recht wehrhaft.
Regisseur Jeff Burr, der sich auch danach vor allem durch Sequels wie ’Puppetmaster 4’ und ’Pumpkinhead 2’ einen Namen machte, inszenierte den Film etwas blutiger als den Vorgänger, was ihn allerdings immer noch nicht in die Slasher-Richtung drängt (besser als die meisten Slasher-Sequels ist er allemal).

...und so hörts dann auf.

Leider weist ’Stepfather 2’ zwischendurch einfach zu viele Längen auf, um den Unterhaltungs-Standard des Originals zu halten, ist aber immer noch spannend und allein schon wegen Terry O’Quinn einen Blick wert.


Hudson