The Stepfather


‘An All-American Family... He'd Kill For It!’


Originaltitel: The Stepfather (1987) Regie: Joseph Ruben
Drehbuch: Carolyn Lefcourt, Brian Garfield & Donald E. Westlake
Darsteller: Terry O'Quinn, Jill Schoelen, Shelley Hack FSK: 18


“Die Art, wie er mich ansieht, da läuft’s mir kalt den Rücken herunter. … Er fantasiert was von intakter Familie und so. Ich glaube er möchte uns sehen wie diese Idioten in den Fernsehserien, die den ganzen Tag nur Grinsen und irgendwelches dummes Zeug erzählen.“

Trautes Heim, Psycho allein.
Stephanie hat ihren neuen Stiefvater ganz gut eingeschätzt, nur weiß sie nicht, wie weit er gehen würde, um seine unrealistischen ’Heile Welt’-Fantasien durchzusetzen.
Denn Jerry ist ein psychopathischer Killer, der gerade seine letzte Familie zerstückelt im Wohnzimmer hinterlassen hat und erst vor kurzem bei Stephanies Mutter Susan eingezogen ist. In der Idylle des neuen Vorortes sucht er sein krankes Glück auf’s neue, doch macht ihm die neue Stieftochter einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, dass sie sich in der Schule daneben benimmt, sie ahnt auch allmählig etwas von seinen Psychosen und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Das passt Stepdaddy gar nicht in den Kram, zumal er natürlich von den Behörden seines alten ’Reviers’ und auch vom Bruder seiner ’Ex-Frau’ gesucht wird. Als die Dinge aus dem Ruder laufen, sieht sich Jerry erneut dazu gezwungen, ein paar unbequeme Personen aus dem Weg zu räumen. Und notfalls wird seine neue Familie auch dazu gehören…

“Vater weiß es am besten!”

"Lieber Gott, danke für die
Speisen, die Familie und das
Spitzen-Kantholz im Keller!"
’The Stepfather’ ist einer der besseren Psycho-Thriller der 80er Jahre, baut auf einer spannendnen Grundidee auf und punktet vor allem durch seinen grandiosen Hauptdarsteller.
Das hier ist einzig und allein Terry O’Quinns Show und er führt sie uns mit Bravour vor.
Schon die erste Szene des Films zeigt uns den oberflächlich gesitteten Jerry Blake, der nach der akkuraten Morgen-Toilette das Haus und somit seine ’aktuelle Vergangenheit’ verlässt, während seine ’Lieben’ ermordet in der Stube liegen. Wie lange er dieses kranke ’Filialen-Spielchen’ schon treibt ist ungewiss, doch O’Quinn spielt den innerlich zerrissenen Vorort-Psychopathen und Kontroll-Freak mit perfekt, kaltblütiger Fassade, die nur in Extremsituationen bricht. Stets bedacht auf Ordnung und Wohl seiner Familie, stolpert er über mehr Unzulänglichkeiten eben jener, als sein verdrehtes Verständnis verkraften kann.
Gelegentliche Gefühlsausbrüche kann er nur im Keller ausleben, bis es irgendwann zu viel wird und Daddy wirklich hart durchgreifen muss.
Das mag weiß auf schwarz ein wenig abgeschmackt klingen, funktioniert im Film aber so gut, dass wir auch über einige Schwächen (wie den ins Messer laufenden Subplot um den Bruder, die aus dem nichts Unheil ahnende Tochter oder die Szenen zwischen Larry und dem Psychater) hinwegsehen können.

Ein Virtuose auf dem Kantholz!

Fazit: ’Stepfather’ ist eine gern gesehene Abwechslung vom Slasher-Allerlei seiner Zeit und bietet dank großartigem Hauptdarsteller und konstantem Spannungsaufbau 80 Minuten lang Thriller-Unterhaltung pur.


Hudson