Star Knight - Der Herr der Sterne



Originaltitel: El Caballero del dragón (1985)
Regie und Drehhbuch: Fernando Coloma
Darsteller: Klaus Kinski, Harvey Keitel, Fernando Rey FSK:12


Ein Film, in dem Klaus Kinski einen Charakter bar jegicher Ausraster und Psychosen spielt? Interessant genug!
’Star Knight’ heißt die spanische Produktion aus dem Jahre 1985, in der K.K. den Alchemisten Boecius verkörpert, der in den Diensten eines stoffeligen Königs steht. Ein mittelalterliches Setting, irgendwo zwischen Grimms Märchen und Monthy Pythons ’Holy Grail’, dient als Hintergrund zum Film, der durch eine halbwegs originelle Story, nahmhafte Akteure und brauchbare Kulissen auf seine ganz eigene Art und Weise zu gefallen weiß.

Knight Keitel braucht Liebe...

Märchen mal andersrum. Die schöne Prinzessin Alba will unbedingt heiraten, aber dem König ist einfach kein Freier gut genug! Auch nicht Recke Klever, gespielt von Harvey Keitel, in einer Rolle, in der ich ihn niemals auch nur vermutet hätte: Die des Burgdeppen der auf Teufel komm raus ein Ritter sein will.
Und dann gibt es da noch den grimmigen Vertreter der christlichen Obrigkeit, Lupo (Fernando Rey), der scheinbar nix anderes zu tun hat, als vor Kinskis böser Zauberkraft zu warnen (hm, vielleicht hat er zu viele Herzog Dokus gesehen).
Eines Abends verläßt die Prinzessin die sichere Burg, um in abgelegenen Gewässern baden zu gehen und bevor der Film ihrem Beispiel folgen kann, wird sie kreischend in die Tiefe gezogen.
Das ruft natürlich die Streitmacht des Königs unter Ritter Klever auf den Plan, der sogleich ausrückt, aber im See nicht den erhofften Drachen sondern ein Raumschiff findet.
Die Prinzessin wird zwar gerettet, die ganze Teufelei aber wird Boecius von Lupo angehängt. Und während ich noch immer nicht glauben kann, dass Kinski nicht austickt, verlangt die Prinzessin von ihm, das geheimnisvolle Raumschiff und dessen Piloten zu finden.

...auch Aliens brauchen Liebe...

’Star Knight’ vermischt waschechte Ritter-Fantasy mit Elementen der Science-Fiction und wirkte auf mich von Zeit zu Zeit wie eine europäische Version des ’Ein Yankee an König Arthur’s Hof’ Themas.
Der Film verlässt stetig seine Pfade, schwelgt mal in stillen blauen Bildern, romantischen Momenten, unter den Klängen schöner Streicherarrangements, um den Zuschauer kurz darauf wieder in Kicherlaune zu bringen. Das Ganze ist eine seltsame aber doch nicht uninteressante Art der Unterhaltung. Immer wieder streut Regisseur und Autor Colomo komische Elemente ein. Wie zum Besipiel den 'Grünen Ritter', der auf einer Brücke, auf Geheiß der Prinzessin, keinen durchlassen darf oder der Bote, der dem Volk andauernd neue Kleidung verordnet.

Dass sich der Film in der Mitte fast ausschließlich auf die Liebseziehung zwischen Astronaut und Prinzessin konzentriert tut weder ihm noch dem Zuschauer gut. Gegen Ende kommen jedoch sowohl Story als auch Tricktechnik und Humor wieder in Fahrt und wir bekommen ein Finale der grotesken Art präsentiert.

"Und ja, auch Ich brauche Liebe!"

’Star Knight’ ist schwer aufzutreiben und meines Wissens auch nicht gerade ein populäres Stück Filmgeschichte.
Diesen Status wird er wahrscheinlich auch nicht mehr los und so findet der Film letzlich im 'Grünen Ritter' sein Symbol. Er ist eine Herausforderung, die nur die wenigsten annehmen werden.

Hudson