Starforce


‘Duty Unto Death!’


Originaltitel: Starforce (2000) Regie: Cary Howe & Tony Kandah
Drehbuch: R.C. Rossenfier
Darsteller: Michael Bergin, Amy Weber, Vernon Wells FSK: 16


„Lass uns rein.“
„Und was hab ich davon?“
„Du kannst froh sein, wenn ich dich nicht verdresche!“
„Okay.“

Nach dem ersten Blick aufs DVD-Cover, war ich mir ziemlich sicher, 'Star Force' wäre eine schnarchige Bombe, die ich auf Filmflausen verreißen und somit meinen Schnitt von negativen Reviews etwas anheben könnte. Eine Bombe ist der Film in der Tat - allerdings habe ich, statt zu schnarchen, tatsächlich mal wieder lauthals gelacht.

Bennett is back!

Was bekommt man, wenn man ein paar willkürliche Genre-'Stars', in diesem Fall Michael Bergin ('Baywatch'), Amy Weber ('Transmorphers'), Nicholas Worth (Bruno aus 'Das Ding aus dem Sumpf') und als Top-Billing sogar Vernon 'Lass Dampf ab!' Wells ('Phantom-Kommando' , 'Mad Max 2 - Der Vollstrecker'), in einem Sci-Fi-Adventure mit Amateur-Optik, CGI aus der PS 1 und unfassbarer Trash-Synchro aussetzt? Richtig, einen ziemlich behämmerten, aber glücklicherweise ebenso unerhört unterhaltsamen Film der Kategorie 'Quatsch mit Sauce auf Scheibe'.

Bruno hat sich nie ganz erholt...
Zed Lucene (Bergin) ist als Kind der einzige Überlebende nach einem Massaker in seiner Kolonie. Sein Pech endet allerdings, als der bierbäuchige, bärtige Temetrian (Andy Garrison) sich entschließt, den Jungen mitzunehmen und ihn selbst großzieht. Die Jahre (und somit ein paar urkomische Trainingsmontagen) vergehen, und Temetrian zieht den Jungen zu einem guten Kämpfer heran, den er bei der 'Star Force' unterbringt, bei der er Kommandant ist. Die Star Force ist eine Spezial-Einheit intergalaktischer In-Vitro-Soldaten, die genetisch auf Fehlerlosigkeit programmiert sind. Natürlich hat der irdisch geborene junge Zed ein paar Schwierigkeiten sich dort einzufinden und wird gerne als Sündenbock benutzt. Zeds große Chance auf Anerkennung sieht er in einem routinierten Auftrag, bei dem er medizinische Güter auf einen abgelegenen Planeten transportieren soll. Was er nicht weiß, ist, dass es sich beim Planeten um eine Gefängnis-Kolonie handelt, auf der (neben Plaste-Monsterkäfern) noch ein paar Schätze zu finden sind, hinter denen bald nicht nur Zed her ist.

Der Weltraum, unendliche Pixel
Das mag schon doof klingen, aber sicher nicht halb so doof, wie es im fertigen Film rüberkommt. Obwohl der Film sogar zwei Regisseure hatte (beide haben jeweils nur diesen und einen anderen Film selbst gedreht), wirkt er wie das Werk eines Teenagers. Einer der Regisseure ist übrigens Cary Howe, der bereits an den Spezial Effekten für Filme wie 'Nightmare on Elm Street 6' , 'Freitag der 13te Teil 7' , 'House', 'Bride of Re-Animator' und sogar 'Herr der Ringe - Die Gefährten' mitgeschustert hat, und damit eine relativ große Erfahrung vorweisen kann. Umso witziger ist es, dass die Monsterkäfer in 'Star Force' (der auf dem DVD-Cover übrigens als 'Starship Troopers'-Rip-Off vermarktet wird, was er keinesfalls ist), selbstverständlich nicht so gut aussehen, wie die Effekte in irgendeinem der obengenannten Filme. Dafür sehen sie allerdings verdammt ulkig aus, kommen angenehmerweise nicht aus dem Computer und bereichern so das Filmvergnügen immens.

War wohl ein sehr kalter Drehtag
Sonstige Highlights beim Sehvergnügen sind natürlich die teilweise kultigen Darsteller (allen voran Wells, der mal wieder den Bösewicht gibt und Amy Weber, deren Nippel permanent durchs Shirt blitzen). Diese wären allerdings nur halb so unterhaltsam, wären sie nicht von insgesamt ca. fünf Jugendlichen mit Helium-Stimmen synchronisiert worden. Die Synchro in diesem Film sucht wirklich ihres gleichen. 40-jährige Männer klingen wie rotzige Teenager. Entweder fehlte es hier WIRKLICH an Mitteln, oder man wollte sich einen Scherz erlauben, weil man dachte "Den Film sieht sich eh nie jemand an".
Ein ähnliches Gefühl vermitteln einige Szenen, bei denen man sich wirklich fragt, wie ernst es den Machern hier war. Wenn der Ziehvater seinem Sohn in den Trainingsmontagen mit entblößtem Oberkörper die haarige Bierwampe entgegenstreckt und Kampftechniken (mainly Schubsen & Umfallen) unterrichtet, wirkt das schon fast wie bewusste Komödie. Auch die Endzeit-Deppen-Kolonie auf dem Prison-Planet ist mehr als urig und sorgt für ein paar lustige Momente: (Zed hält dem Endzeit-Trottel bedrohlich seine Kanone an den Kopf) „Sollte jemand mein Kommando missachten, dann kann ich ihn ohne weiteres… auf Zygnos hinter Gitter bringen, oder Ihr zahlt Bußgeld!!“ (alle fangen an zu lachen).

Käfer greifen Darsteller an!

Wer es bis hierhin noch nicht rausgelesen hat: Star Force ist Volltrash und dabei überraschend witzig. Wer sich auf zwielichtigen Seiten wie dieser rumtreibt, wird wahrscheinlich nichts anderes suchen als den nächsten Porno-Synchro und Gummikäfer-Kick und darf zuschlagen.


Spooner