Star Cracks


‘Die irre Bruchlandung der Außerirdischen’


Originaltitel: Morons from Outer Space (1985) Regie: Mike Hodges
Drehbuch: Griff Rhys Jones & Mel Smith
Darsteller: Mel Smith, Griff Rhys Jones, Joanne Pearce FSK: 12


“Hast du seine Nummer erkannt?“
“Nein, aber ich glaube, dass es ein Belgier war.“

Hmneee...

Belgier sind’s nicht. Aber fast genau so schlimm: Idioten aus dem Weltall. Bernhard, Julian, Sandra und Desmond sind Außerirdische vom Planeten Bob, sehen aber aus wie White-Trash-Hirnis und benehmen sich auch so. Als Bernhard eines Tages außerhalb ihres Raumschiffes herumfuhrwerkt, legen seine drei Kollegen eine waschechte Bruchlandung auf der Erde hin. Während die Trottel unter der Aufsicht der britischen Regierung und deren amerikanischen Freunden von diversen Forscherteams befragt und analysiert werden, landet Bernhard in den USA, wo man ihn aufgrund seiner Aussagen flugs in die Klapse steckt und mit ’Iron Maiden’ foltert.
Als die amerikanischen Gäste des britischen Premiers über dessen Kopf hinweg entscheiden, die armen Deppen abzuknallen, rettet sie der schusselige Reporter Graham aus der Forschungsanstalt und macht sie vor den Augen der Öffentlichkeit zu Superstars…

Rechts treffend beschrieben

“Diese Besucher aus dem Weltall…“
“Ja?“
“Sie sind das, was wir Wissenschaftler völlig bescheuert nennen.“
“Bescheuert?“
“Es sind Idioten. Dämlich, völlig behämmerte Idioten.“
“Trottel.“
“Trottel.“
“Bekloppte.“
“Bekloppte, Mäusehirne.“

Ausgerechnet ’Flash Gordon’-Regisseur Mike Hodges versuchte sich nach seinem phänomenal unterhaltsamen Flop an einer Parodie bekannter Science-Fiction-Filme, basierend auf einem Drehbuch seiner Darsteller Mel Smith (bekannt als uriger Albino aus ’Die Braut des Prinzen’) und Griff Rhys Jones (’Puppenmord’).
Gewürzt mit Sight Gags, Musical-Einlagen, Seitenhieben auf amerikanische und britische Tugenden, die Medien und die Unterhaltungsbranche wird hier versucht, eine absurde Geschichte über kulturelle Differenzen zu erzählen, doch die Satire geht zwischen hibbeligem Klamauk und Genre-Querverweisen gnadenlos unter.
Mit Ausnahme von Mel Smith sind die Charaktere einfach zu doof und zu übergeschnappt, um dem Zuschauer wirklich sympathisch zu sein und den episodenhaften Film zu tragen.
Immerhin sorgen diverse Verballhornungen bekannter Genre-Streifen, wie ’Odyssee im Weltraum’, ’Der Mann, der von der Erde fiel’, ’Krieg der Sterne’, ’Alien’ und ’Unheimliche Begegnung der dritten Art’ zwischendurch für Kurzweil. Spätestens jetzt wissen wir, dass die Reisemöglichkeit per Anhalter durch die Galaxis nur eine Option ist, wenn man vom richtigen Geschlecht ist.

“Die wissen ungefähr genau so viel über die Geheimnisse des Universums, wie der Neufundländer meiner Mutter.“

Get your chance, do your dance at the Space Jaaam

Fazit: Leidlich amüsante Parodie auf Science-Fiction-Filme, Lifestyle und Kultur im Allgemeinen, die nur hin und wieder richtig zündet, meist aber in abwegigen Witz abdriftet. Vielleicht war’s das, was sie damals ’Britischen Humor’ nannten.


Hudson