Sssssnake Kobra


‘For them there is no esssssscape’


Originaltitel: Sssssss (1973) Regie: Bernard L. Kowalski
Drehbuch: Hal Dresner & Daniel C. Striepeke
Darsteller: Strother Martin, Dirk Benedict, Heather Menzies FSK: 16


Reb Brown spielt 'nen Studenten!
There goes the credibility...
Gute Studentenjobs waren schon in den Siebzigern gefragt. Wenn man keine reichen Eltern hatte, die einem das Rumgammeln finanzierten, musste man selber ran und wenn man die Arschkarte gezogen hatte, dann war’s halt die Assisstenz beim hiesigen Herpetologen. So ergeht es auch dem jungen College Doofi David (Dirk Benedict), der sein Studentenfutter auf der Ssssschlangenfarm von Mad Ssssscientist Dr. Ssssstoner (Ssssstrother Martin) verdient.
Der Begriff Mad Scientist wird von mir zwar inflationär benutzt, hier ist er jedoch mehr als angebracht. Denn Dr. Stoner verpasst seinem ahnungslosen Assi eine Reihe von Injektionen, von denen er behauptet, sie seien zum Schutz gegen eventuelle Schlangenbisse. Tatsächlich bekommt David jedoch ein Mutagen gespritzt, das ihn Stück für Stück in eine Königskobra verwandelt.

“David?“
“Yeah?“
“How do you feel?”
“Ugly.”

Studentische Finanznöte hin oder her, man muss schön ein selten dämlicher Hund sein, um diesen Blödsinn mitzumachen. Mit Dirk ’Faceman’ Benedict, der hier den Prototypen einer Dumpfbacke spielt, hat der nette aber reichlich wahnsinnige Strother Martin (’Schwingen der Angst’) die perfekte Laborratte gefunden. Da kann kommen was will, Benedict schluckt eine fadenscheinige Erklärung nach der anderen, auf dem Weg zum Schlangenmutanten.

“It’s a perfect clean natural reaction to cobra inoculation.“



’Hey Doc, ich verliere Gewicht.’
’Das habe ich erwartet.’



’Hey Doc, mein Haut wird ganz grün.’
’Das kann schonmal vorkommen.’



’Hey Doc, meine Innereien fühlen sich seltsam an.’
’Dein System ist etwas durcheinander.’



’Hey Doc, ich verwandle mich in eine gottverdammte Kobra!’
’Nobody is perfect.’



Zwar besitzt ’S³nake Kobra’ einen eigentümlichen, recht schauderhaften Grundton, der einigen Bodyhorror-Elementen aus Cronenbergs ’Die Fliege’ vorgreift, doch wird dieser durch Benedicts blauäugiges Spiel, die käsigen Effekte und spannungsarme Durststrecken letztlich relativiert.
Immerhin lehrt uns der Streifen, dass auch ganz normale Schlangen röhren und grunzen können, wenn Regisseur Bernard L. Kowalski (’Attack of the Giant Leeches’) es nur will; dass Reb ’Yor’ Brown (der hier sein Debüt als prolliger College-Raufbold feierte) die (unfreiwilligen) Lacher einfach immer auf seiner Seite hat und das Mad Scientists eigentlich nur Gutes im Sinne haben. (“Just as Adam was the first man, you are the first creature of the next evolution. You will survive the pollution, the holocaust, the femines and the plaques that will men extinct. You will survive and multiply and prevail.”)

Reb Brown: Der mit der Schlange duscht


Fazit: Lächerlicher Bodyhorror aus der Kuriositäten-Abteilung der Siebziger. Trashfans dürfen mal vorbeischeuern, aber das Hirn lacht ’ne Ehrenrunde.



PS:

Er verwandelt sich wirklich
in eine gottverdammte Kobra!













Hudson