Squirm


‘This was the night of the CRAWLING TERROR!’


Originaltitel: Squirm (1976)
Regie & Drehbuch: Jeff Lieberman
Darsteller: Don Scardino, Patricia Pearcy, R.A. Dow FSK: 18


Wer kennt das nicht?

"Geht's hier zur Wurmkur?"
Ein Strommast wird in einer tobenden Gewitternacht vom Sturm umgerissen, kippt auf den Boden, entlädt sich im Schlamm, wodurch ein riesiger Flock von Regenwürmern (ca. 29874480) aus dem Modder kraucht und in die nächstgelegene Kleinstadt robbt, deren Bürger attackiert und sie auffrißt.
Ist schon in jedem dritten Brandenburger Kaff geschehen. Ich erinnere mich gut an den Booßener-Bandwurm-Incident und die Priapswurm-Attacke bei Lossow.
Im kleinen Ami-Städtchen Fly Creek kommt es zu genau derselben Situation. Der junge New Yorker Student Mick und die ortsansässige Geri kommen dem Wurmpack auf die Spur, als ein Nachbar verschwindet, die Insassen einer Wurmfarm (ja Wurmfarm!) entfleuchen und ein Angler von seinen eigenen Ködern angegriffen wird. Doch dies sind nur die schwachen Vorzeichen einer regelrechten Wurm-Invasion, welche Fly Creek und seine Einwohner in der folgenden Nacht erwartet…

Watch out for the Wormzombie!
Wie albern uns der Gedanke auch vorkommt, Regenwürmer würden sich in tötliche Bestien verwandeln und dann Menschen angereifen und verputzen (also mir kommt er jedenfalls verdammt albern vor!), so muss man ’Squirm’ diese quarkige Grundidee verzeihen, weil der Film ganz einfach gut gemacht ist.
Zuerst sind da einmal die (für diese Genre-Verhältnisse) wirklich feinen Schauspieler, die das Material dank kauziger und liebevoll gestalteter Charaktere schon über den typischen Tier-Horror Sub-Standard heben. Zudem wurde das Geschehen in der kleinen Stadt recht stimmungsvoll in Szene gesetzt. Atmosphärische Beleuchtung, happige Effekte und bizarre Einfälle (Wurmzombie Roger uärgh!), sowie der unter die Haut gehende Titelsong (Sorte: ’Vom kleinen Kind gesungenes Psycho-Stück’) garantieren schauerliche 90 Minuten Ekelhorror. Und eklig wird’s wirklich, wenn ganze Wurmteppiche sich über ihre Opfer verteilen, sich in die Haut bohren und schließlich zur Skelletierung schreiten. Natürlich wurden auch ein paar aufgerollte Lakritzschnecken und einfarbige Freundschaftsbänder zwischen das echte Gewürm gemischt, aber man wollte den ärmsten Schauspielern und den noch ärmeren Tierschützern wohl nicht zuviel zumuten.

Ja, Würmer... Was habt ihr gedacht?

Fazit: Toll gemachter Wurm-Grusel, den sich kein Tierhorrorist entgehen lassen sollte. Schön gespielt, kultig getrickst und handwerklich solide. Und Danke, Danke, Danke für das Ende! (bzw. für das, was fehlt!)


Hudson