Spinnen des Todes


‘Science made Quentin a mutant. Nature made him a killer.’


Originaltitel: Earth vs. the Spider (2001) FSK: 16 Regie: Scott Ziehl
Drehbuch: Mark McCreery, Chuck Konzelman, Cary Solomon, Max Enscoe & Annie DeYoung Darsteller: Dan Aykroyd, Devon Gummersall, Amelia Heinle


Als Grundlage für das fünfte und letzte Remake der Arkoff-Schmiede aus eigenen alten Beständen, musste der Riesenspinnen-Horror ’Earth vs. The Spider’ herhalten. Doch anstatt sich an das klassische Material (anfangs getötete Riesenspinne wird von rockenden Teenagern geweckt und zerstört Kleinstadt) zu halten, murksten die Macher eine Art ’Spiderman’ meets ’Die Fliege’-Story daraus.
Im Detail:

If there's is someting strange
in your neighbourhood...
Comic-Nerd Quentin ist ein ziemlich armes Würstchen. Er traut sich kaum, die Frau seiner Träume anzusprechen, sein Job als Wachmann in einem Versuchslabor ist mehr als unbefriedigend und sein größter Held ist die Comic-Figur ’Arachnid Avenger’, selbst ein jämmerlicher Klon von ’Spiderman’. Als eines Nachts zu seiner Schicht im Labor eingebrochen wird und sein Kollege bei dem Zwischenfall um’s Leben kommt, reagiert Quentin mit einem Kurzschluss. Er injeziert sich selbst ein experimentelles Spinnen-Serum. Nach kürzester Zeit verwandelt sich der junge Mann in einen zweiten Peter Parker. Seine neuen Superkräfte (zuerst nur absonderliche Kraft) nutzt er flugs, um einem berüchtigten Serienkiller das ’Handwerk’ zu legen und dabei seine Traumfrau zu retten. Doch im Gegensatz zur freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft schlägt die anfängliche Euphorie bald in pures Entsetzen um. Aus ’Spiderman’ wird ’Die Fliege’ und Quentin mutiert zu einem hungrigen Biest, dem bizarre Gliedmaßen wachsen und das Netzflüssigkeit aus der Brust schießen kann. Aus dem Held wird das Monster, das jeglichen sozialen Kontakt meidet, es sei denn, es geht ums Fressen...

“Träumst du nicht auch manchmal, Nick.“
“Ja, aber nie von Typen, die wie Käfer angezogen sind.“

...who you gonna call?
Dass inmitten dieser Story auch noch ein abgewrackter Cop mit Dienstneurose (Dan Aykroyd, where have you gone?) herumtaumelt und versucht, die bizarren Mordfälle zu lösen und nebenbei seine Ehe zu retten, habe ich noch nicht einmal erwähnt. Junge, Junge, ’Spinnen des Todes’ (danke nochmal für den dämlichen Titel, lieber Verleih) ist schon ein verrücktes Stück filmische Merkwürdigkeit, dessen Bewertung mir ehrlich gesagt nicht leicht fällt. Hier prallt ein aberwitziger Plot auf sympathische Komponente (populäre Comic-Anleihen, jede Menge Geek-Speak), auf mittelprächtige Darsteller, deren Charaktere glanzlos bleiben und auf Effekte, die im praktischen Bereich überzeugen (das spinnerte Endprodukt), im CGI-Sektor aber gnadenlos versagen.
Und wo wir gerade beim V-Wort sind… Ich bringe es nicht über’s Herz etwas wirklich Schlechtes über Dan Aykroyd zu sagen, muss an dieser Stelle aber vermerken, dass mir seine gebeugte, abgeschlaffte Art hier gar nicht gefiel, auch wenn es der Rolle freilich zuträglich war. Was soll ich sagen, ich bin ein großer Fan des quirligen oder saucoolen Aykroyds, wie wir ihn aus Klassikern wie ’Ghostbusters’ oder den ’Blues Brothers’ kennen. Man hat irgendwie das Gefühl, als wäre dieser alte Dan Aykroyd längst im Ruhestand und würde einen müden Klon vor die Kamera schicken.

Naja, am besten Verstärkung, gelle?

Das Gesamtprodukt ’Earth vs. the Spider’ (ja, der Originaltitel macht genau so wenig Sinn) ist eine durchwachsene Horror-Groteske, dessen Macher einfach ein paar nette Ideen mit Altbewährtem verwursteten und die Mischung einfach nicht gebacken bekamen. Als verschrobene Genre-Randnotiz für Monster- und Comic-Fans möglicherweise zu gebrauchen.


Hudson