Space Rangers



Originaltitel: Hyper Space (1989) Regie: David Huey
Drehbuch: Richard Dominguez & David Huey
Darsteller: Richard Norton, Don Stroud, Lynn-Holly Johnson FSK: 16


Huch, was hat denn Richard Norton in einem Science Fiction-Streifen verloren? Werden Kickbox-Turniere jetzt schon auf Weltraumstationen ausgetragen? Hat Cynthia Rothrock ein Fitness-Center auf dem Mars eröffnet? Macht Chuck Norris Anti-Gravitations-Commercials?

Nein, nichts davon. Rich spielt Ex-’Space Ranger’ Stanton, der seinen Dienst auf einem Mülltransporter ableistet, der gemächlich durch’s All tuckert. Und bevor jetzt einer mit ’Na, da gehört er auch hin!’ kommt, Obacht! Die Sprüche mache ich hier! Ihr könnt sie später gerne laut vorlesen.

Ja, dieser Mann trägt
einen Professoren-Titel.
Nach dem obligatorischen Aufwachen aus dem Kältseschlaf, gefolgt von ausgelassenem Training und ausgiebigem Frühstück, kommt der Crew plötzlich in den Sinn, die Amaturen zu checken. Und siehe da (’needle scratching over record’-sound!): Ein Systemfehler hat den Treibstoff ähm… also den Treibstoff… tja… also der Treibstoff ist jedenfalls weg und der Weg zurück nach Hause kann unter diesen Umständen nicht eingeschlagen werden. Wahlweise den sicheren Tod oder eine 20-jährige Kreuzfahrt im Cryoschlaf vor Augen, ’einigt’ sich die Crew, bestehend aus Bad Ass Stanton, Captain Asshole, Gruffy Henchmen, Yeolde Bugger, Nerdy Tits und Bitchy Tits (Namen allesamt frei von der Redaktion* erfunden), die einzige Rettungskapsel zu bemannen und nach Hause zu schicken, um Hilfe zu holen. Natürlich will jeder in die Kapsel und natürlich passt nur einer rein. Was folgt, ist ein grobes Gerangel um den Platz in der Kapsel, mit tödlichem Ausgang für viele, bösen Überraschungen für einige und übernatürliche Begegnungen für wenige…

“Niemand hat mich gewarnt, dass das Leben als Müllmann so gefährlich sein kann.“

Rich Norton - Asskickin' in Space
Mit dem Trailer zu ’Space Rangers’ verbindet mich eine lange Geschichte. Schon damals, zu Zeiten jugendlichen Leichtsinns (sprich: Wir sind jetzt 18 und rennen in die Videothek, um uns jeden Scheiß auszuleihen.), flimmerte das gute Stück im Vorprogramm diverser B-Streifen und ein Gedanke überfiel die bereits biergeschwängerte Wahrnehmung: Himmel hilf, ist das jämmerlich! Der Trailer ist wahrlich einer jener Kunstwerke, die den Film wie den schlechtesten aller Zeiten aussehen lassen. Miese Kulissen, supergrottiges Schauspiel und tumbe Prügeleien mit höchstwahrscheinlich blutigem Ausgang. Nun wollte ich endlich wissen, was der Film tatsächlich kann. Um’s gleich vorweg zu nehmen: Gar nüscht.
Die gröbsten Umrisse der Handlung (Truckers in Space, abseits des Kurses, Cyborg an Bord) sind bei ’Alien’ geklaut, auch wenn ein außerirdischer Organismus (Rubberduck FTW!) nur eine Gastrolle spielt.
Auf einem dürftig geschusterten Billig-Set werden sinnfreie Dialoge geschmettert (“Warum ist dir das Überleben so wichtig?“ “Nur das Überleben zählt etwas!“) und verwirrende Flashbacks der Marke ’Warum trägt Norton denn jetzt einen Trenchcoat und läuft mit einer Plaste-Uzi durch eine Lagerhalle?’ tragen ihr übriges zur Versaubeutelung von Atmo und Stringenz bei.

(Siehe links!)
Akzeptable Außenaufnahmen vom guten alten Weltall waren dem Budget genau so wenig zumutbar, wie ’echte’ Kälteschlafkammern. Stattdessen schlafen die Astronauten nebeneinander auf Isomatten (Siehe rechts!) und bekommen die ’Kälte’ direkt durch eine Atemmaske eingeflößt. Das hat fast Lagerfeuer-Romantik. Nur mit Cryo-Gas anstelle des Feuers und einem Cyborg irgendwo da draußen, anstelle des Slashers/Grizzlys/Piranha-Schwarms.
Androiden waren übrigens immer schon “…auf das Böse programmiert…“, wie Richard Norton so schön bemerkt.
Der Handkanten-König der C-Klasse liefert hier eine gewohnt schwachbrüstige Show (nein, damit ist nicht der Zustand seiner Brustmuskeln gemeint), inspiriert aber seine Co-Stars zu Höchstleistungen des Chargentums. Wie schon im Trailer ’angedeutet’, wird hier durch die Bank weg übertrieben, untertrieben und weggetrieben, was das Zeug hält.
Immerhin lehrt uns ’Space Rangers’, dass kein Weltall füllendes Vakuum es mit der darstellerischen Unfähigkeit Richard Nortons aufnehmen kann, der sich in den oben erwähnten Flashbacks mit überproportionierten Grobianen vom Schlage eines John Big Studd (’Harley Davidson & the Marlboro Man’) und Professor Toru Tanaka (’Dead Heat’) prügelt, die beide früher professionelle Wrestler waren und selbst ihn mit einem Handstreich zusammenfalten könnten.

“Hier ist eine Stimmung wie im Leichenschauhaus.“
“Ich gratuliere dir. Du hast die Stimmung richtig erkannt.“

Griepschgesichter - The Movie

Fazit: ’Schrott im Weltraum’ - The Movie, featuring the Stars of Bad Acting. Für die richtig harten Trash-Raufbolde ist dieser kolossale Müll eine Herausforderung, für den Rest wär’s ein Grund, die Glotze abzuschalten und eine Runde an die frische Luft zu gehen. Choose your destiny!


* Begriff ’Redaktion’ ebenso frei erfunden.


Hudson