Space Raiders


“He's 10 years old and they've taken him 10-million miles into space.”


Originaltitel: Space Raiders (1983) Regie & Drehbuch Howard R. Cohen
Darsteller: Vince Edwards, David Mendenhall, Drew Snyder FSK: 12


Als ein paar Weltraumpiraten, angeführt von Rauhbein Hawk (Vince Edwards), die Lagerhalle eines großen Weltraum-Konzerns überfallen, gerät der kleine Peter (David Mendenhall, ’Over the Top’) auf der Flucht in ihr gestohlenes Weltraumschiff und fliegt mit ihnen in den (ihr ahnt es bereits) Weltraum.

"Hüah! Ein Ritt, ein Fuffi?!"
"Danke, kein Pferde-Sex!"
Irgendwo anders hängen, auf einem mächtigen Sternenschiff (das von innen eher schmächtig und von aussen sehr verdächtig nach einem Imperialen Sternenzerstörer ™ aussieht), eine böse Omi und ihr Lakai in Pyjamas herum und planen einen großen Roboterkrieg. Zwei dieser Robo-Exemplare sah man übrigens gleich zu Beginn des Films, in der Lagerhalle. Sie kochten Kaffee und sahen aus wie der ’200 Jahre Mann’ nach der Wurmkur.
Dann sind wir auf einer Raumstation, deren halbe Belegschaft mit absolut grottigen Styropor-Köppen rumrennt und sich prostituiert oder ein böses Alien ist.
Es kommt eine der wohl urigsten Musik-Nummern der Filmgeschichte, die leider viel zu schnell vorbei ist (man mische die Cantina-Szene aus ’Star Wars’ mit einem x-beliebigen ’Boy George’-Video und lade noch die ’Ghoulies’ für die Backgroundvocals ein … Et voila.) Für ein ganz besonders fieseliges Elaste-Alien sollen die Piraten 5 Raumschiffe klauen und vielleicht noch etwas Handlung, denn die schwebt weit, weit ausserhalb des Plots, der eigentlich nur den einen Anhaltspunkt hat: Hawk, die ehrliche Haut hat Peter versprochen, ihn wieder nach Hause zu bringen. Er wird auch nicht müde, das zu wiederholen, immer und immer wieder. So rettet er dann den Jungen tatsächlich auch vor Entführern, übt mit ihm Asteroiden abschiessen und beide verschaffen dem Film ein derart kitschiges Ende, das selbst Leos Leiche im Sinkwasser der Titanic auftaut.

Keine Space-Oper ohne Cantina.

Was höre ich denn da, Mr. Corman?
Ist das etwa schon wieder James Horners ’Sador’ Score, zum wie vielten mal eigentlich, in einer ’brandneuen Roger Corman Produktion’?
Tja, wie andere Leute an den Kühlschrank gehen, die 2 Monate alte Majo rauskramen, dran riechen und sagen: „Is ja noch gut!“, macht's eben auch Cormans Roger, der alte Archiv-Pirat, mit seinem Material. Seien es Musik, Effekte, oder eben ganze Szenen.
So bringt uns Regisseur und Autor Howard R. Cohen, mit dem Corman später die ’Todesjäger’- Saga erschuf, auch tatsächlich Raumschlachten, die alle schon genau so in ’Sador’ (aka ’Battle Beyond the Stars’) zu sehen waren.
Kaum zu glauben, wie durchschnittlich der Rest des Film ist. Durchschnittliche Darsteller sprechen durchschnittliche Dialoge in einem durchschnittlichen Plotgerüst.

Kein Space ohne gleißendes Leuchten.

Wer aber von Space-Kneipen-Schlägereien, Space-Station-Schiessereien, Space-Space-Fliegereien und Aliens, die wie Kinski sterben, nicht genug bekommen kann, ist hier an der richtigen Adresse.

Hudson