Space Chase


‘An All Out Galactic War!’


Originaltitel: Space Chase (1990) Regie & Drehbuch: Nick Kimaz
Darsteller: Gene Hartline, Traci Hart, Barry Hickey FSK: 16


Voice Over Time! Hatten wir schon lange nicht mehr. Muss aber hin und wieder mal sein:

“Im Jahre 2079 haben Wissenschaftler des renommierten Omega-Instituts das Geheimnis von ’Egrin’, einer grenzenlosen Energiequelle entschlüsselt. Doch statt den Frieden zu bringen, warf die Entdeckung das Weltall in ein Chaos…“

Die Brücke

Das ganze Weltall? Nein, ein kleiner gallischer Außenposten am Rande des Aremorica-Nebels…
Pssssscht!
Sorry…

“…Bei dem Versuch, die geheimnisvolle Formel von ’Egrin’ zu erlangen, mussten viele ihr Leben lassen. Dr. Croam, ein angesehener Wissenschaftler des Instituts hat sein Labor in ein Kriegsschiff verlegt. Mit einer Streitmacht, die jeder anderen im All gewachsen ist, durchstreift er die Galaxis auf der Suche nach dem letzten Gehimnisträger der Formel von ’Egrin’. In den Händen des Dr. Croam wird ’Egrin’ zur Gefahr für die gesamte Galaxie.“

Die Guten

Was ihr da gelesen habt, war die Vorgeschichte zu ’Space Chase’ dem ’Krieg der Sterne’-Rip Off der Papierklasse. Will sagen, wenn ’Sador’ Silber ist und ’Kampf um die 5. Galaxis’ Braunkohle, dann ist ’Space Chase’ die Asche, die aus den Überresten der Exkremente jener Vorgänger aufbereitet wurde.
’Mysterious Planet’ von Brett Piper könnte zum Vergleich herangezogen werden, aber der hatte immerhin noch irre Stop Motion-FX. Hier gibt es vor allem blinkendes Interieur (immer wichtig bei Weltraumopern!), Sturmtruppen in Kostümen aus der Rumpelkammer von ’Masters of the Universe’ und ’V - Die außerirdischen Besucher kommen’), einen grottenhässlichen Han Solo-Verschnitt namens Ryan, seinen sprechenden Bordcomputer, der von Ryans Vater auf Fäkalsprachen-Gebrauch programmiert wurde, ein blaues Formwandler-Alien (Chameloid), das allerdings nie seine Form ändert (hat man sich vielleicht für ein Sequel aufgespart) und zwei zickige Disco-Nutten, die vom Helden mitsamt der gesamten Galaxis gerettet werden wollen.

Die Bösen

Es gibt sogar so etwas wie einen Subplot, in dem es um ein Vater/Sohn-Gespann geht, das eigentlich unter Croam arbeitet, jedoch moralische Bedenken äußert, allerdings nichts aber auch gar nichts zur Story beiträgt, dafür wohl aber zwei Verwandte mehr in (Dumping)Lohn und (Hasen)Brot brachte.
Dr. Croam, der Darth Vader dieses Films, ist ein nicht sonderlich bedrohlicher, alter Mann mit Halbglatze, Ziegenbart und Schmerbauch, der allzu gerne aus seinem Fenster ins weite All kuckt und verlauten lässt: “Bald bin ich der Herrscher des Universums. Dann habe ich die totale Macht, die absolute Kontrolle.“ Zuweilen bedroht er seinen Kontrahenten mit den Worten “Ich werde ihre Töchter etwas degenerieren und vor ihren Augen zu Tode machen!“ oder böllert auch mal einen Untergebenen mit seinem schicken Power-Armreifen ins Jenseits. Nicht nur die Grundanleihen, sondern ganze Passagen wie die Inhaftierungsblock-Sequenz und das komplette Todesstern-Finale (inklusive “Pass auf, dir ist einer auf den Fersen!“) werden hier vom großen Vorbild gemopst.
Am Ende muss der Zuchauer selber entscheiden, welche Reaktion er für richtig hält: Entweder man schreit Zeter und Mordio oder man lacht sich über diesen Schrott die Wachtel krumm.

Die ... Dingsbums

“Ryan, macht es ihnen Spaß, nur durch die Galaxie zu rasen? Sie nehmen sich keine Zeit, all die wunderbaren Dinge anzusehen? Es gibt Planeten mit Bäumen und Flüssen, Blumen und Tieren.“
“Davon habe ich noch nie etwas gehört.“

Nein. So ein Kram wär bei dem Budget auch nicht drin gewesen. Immerhin hat’s einige fast amüsant miese Raumschlachten mit Stop Motion-Anleihen, vorherrschendes Kamerawackeln bei Explosionen und jede Menge Laserblitze. Und Laserblitze sind ja immer … äh. Das Schauspiel ist horribel, die Ausstattung eine blinkende Farce, die Dialoge… achje, die Dialoge. Kein Wort mehr! Doch, eins:

Trash.



Hudson