Die letzten Amerikaner


"It's the land of hospitality... unless you don't belong."


Originaltitel: Southern Comfort (1981) Regie: Walter Hill
Drehhbuch: Michael Kane, Walter Hill & David Giler
Darsteller: Keith Carradine, Powers Boothe, Brion James FSK: 18


Louisiana, 1973.

Fred Ward im Sumpf
Eine Übung der Nationalgarde führt eine handvoll Soldaten durch die Sümpfe des Südens. Bald schon verfransen sie sich in dem mittlerweile überschwemmten Moor und stossen auf ein Cajun Lager. Die einheimischen Jäger haben dort ein paar Kanus hinterlassen, die sich die Männer ungefragt schnappen, um besser durch das unwegsame Gelände zu kommen. Als die Cajuns plötzlich am Ufer erscheinen, macht sich einer der Soldaten den Spass, sie mit Platzmunition zu beschießen. Ein folgenschwerer Fehler!
Ähnlich wie in John Boormans ’Beim Sterben ist jeder der Erste’, wechseln sich von nun an die Rollen von Jäger und Gejagten ab. In ihrer angereizten Stimmung kriegen sich die rohen Testosteron-Bolzen, ob der weiteren Verfahrensweise und etlicher anderer Gründe, auch untereinander in die Haare und verlieren nach und nach immer mehr Kontrolle und Nerven.

Regisseur und Action-Guru Walter Hill schildert, was passiert wenn Männer (von denen die meisten dumm wie Bohnenstroh sind) die Gewalt über Waffen bekommen und in Situationen geraten, denen sie niemals wirklich gewachsen sind.

Keinen Bock auf
Wilhelm Tell
Sehr subtil geht Hill dabei nicht vor, dafür ist der Macher von ’Red Heat’ und ’Last Man Standing’ aber auch nicht bekannt. Zu merken ist das beispielsweise anhand der Charaktere. Da sind vom überforderten Seargent, über den schiessfreudigen Latino, bis hin zum Afroamerikaner, der Cribbs heißt und zu Hause Drogen pusht, alle amerikanischen Rollen-Klischees vorhanden.
Die Schauspieler selbst sind jedoch bis in die Nebenrollen hervorragend für das Thema gewählt. Keith Carradine (’Long Riders’) als Stimme der Vernuft, die verzweifelt versucht, die Moral aufrecht zu halten und Powers Boothe (’Sin City’), als Neuling der Truppe, spielen gegen Fred Ward (’Remo’) als psychotischen, stets gewaltbereiten Choleriker und Brion James (’Blade Runner’) als verschlagener Cajun Trapper, an.
Die düster fotografierten, nebeligen Bilder passen ebenso zur dichten Atmosphäre des Films, wie der exzellente Gitarren-Soundtrack von Hill Spezi Ry Cooder. Die Schnitte sind manchmal etwas rauh, ansonsten ist der Streifen einwandfrei (und mit der für Hill typischen Schnörkelosigkeit) in Szene gesetzt.

Krieg ist die Hölle!

’Die letzten Amerikaner’ ist ein sehr dichter, stimmiger und spannender Action-Thriller, der sich vor der Konkurenz (beispeilsweise ’Beim Sterben ist jeder der Erste’ und ’Rambo’) nicht verstecken muss. Wieder einmal hat Walter Hill (’The Warriors’) bewiesen, dass er ein Meister der bodenständigen ’Simple Setup’ Action ist.

Hudson