Die Solo-Kampfmaschine


‘One last hero...’


Originaltitel: Wheels of Fire (1985)
Regie: Cirio H. Santiago Drehbuch: Frederick Bailey
Darsteller: Gary Watkins, Laura Banks, Lynda Wiesmeier FSK: 18


Cirio H. Santiago ist mir schon einer. Kaum einer schickte so oft in Leder geschlagene Nieten-Knollos über die staubigen Straßen der Endzeit wie er.
Etwa mit ’Rescue Man’, ’Dune Warriors’, ’Defender 2000’, ’Stryker’ (*Lachtrack einspielen*) oder eben der hier vorliegenden ’Solo-Kampfmaschine’, die oberflächlich betrachtet sowieso ein und derselbe Film sind, nur eben mit jeweils anderen Darstellern und unterschiedlichen Titeln versehen.

Die Solala Kampfmaschine
Story: Der titelgebende Held mit dem Namen Trace ist ein hartärschiger Pistolero, der keine Gefühe kennt, außer die Liebe zur Straße und die Angst um seine Schwester Arlie. Letztere treibt sich immer wieder mit zwielichtigen Typen herum und lässt sich von Brüderchen nichts mehr sagen. Als Arlie mit ihrem aktuellen Macker ein romatisches Picknick im Steinbruch veranstaltet, werden die beiden von einer der etlichen Wüsten-Gangs hops genommen. Der feige Freier bietet den Schurken aus Angst sowohl sein Auto, als auch sein Mädchen an, endet aber angebunden an der Stoßstange eines der unzähligen Wüsten-Vehikel als Wildschaden im Dreck. Arlie selbst wird mit blankem Busen auf die Motorhaube eines der diversen Endzeit-Gefährte geschnallt und ins Lager der Schurken gefahren. Als Trace davon erfährt geht’s rund.
It’s just another day for you and me in the post-apocalyptic future.

"Schnappt sie euch...
Das war dein ganzer Plan?!"
Ich sagte ja bereits, dass Santiago immer wieder ein und denselben Film dreht und ihm andere Titel gibt. Das richtig doofe daran ist aber, dass er sich noch nicht einmal das Original, auf dem die Kopien basieren selbst ausgedacht hat. Das stammt nämlich aus Australien und wurde mit Mel Gibson in der Hauptrolle anno 1981 von George Miller gedreht und hieß ’The Road Warrior’. Neben ’Conan der Barbar’, ’Die Klapperschlange’ und ’Alien(s)’ ist ’The Road Warrior’ (den wir als ’Mad Max 2’ kennen) sicherlich der Genre-Klassiker schlechthin, der in den Achtziger Jahren eine Welle von schundigen Rip-Offs mit sich zog, die meist von zweitklassigen Regisseuren aus Italien oder den Phillipinen verzapft wurden. Hier reiht sich ’Die Solo-Kampfmaschine’ mit den typischen Symptonen schnell dahingeschusterter Genre-Ware nahtlos ein: Fade (im besten Falle noch zum Over-Acting neigende) Akteure, viel Staub (das bringen die üblichen Steinbruch-Locations mit sich), Musik, die woanders geklaut wurde und eine Story, die sich ein Fünftklässler an einem verregneten Sonntagnachmittag ausdenken könnte.
Natürlich gibt ein solches Szenario auch einiges an Baller-Action, Vehikel-Stunts und sleazigem ’Sex & Violence & Sexual Violence’-Schund her und auch ’Wheels of Fire’ lässt sich in diesen Belangen nicht lumpen. Zu dumm nur, dass wir das alles woanders schon viel eindrucksvoller gesehen haben und auch der Afterburner am Heck von Trace’ Karre und ein paar alberne unterirdische Mutanten (irgendwo zwischen Morlocks und Rumpelwichten) sind nur für ein, zwei Bier-Grinser gut.

Und jetzt bitte noch die rechte Hand öffnen!

’Die Solo-Kampfmaschine’ ist so durchschnittlich, dass es schon nicht mehr feierlich ist und das kann manchmal noch schlimmer sein als ’richtig schlecht’. Endzeit-Junkies mit zuviel Zeit und zu wenig Geschmack können einen Blick riskieren.


Hudson