Solarfighters


‘Spectacular science-fiction/adventure on blazing skates!’


Originaltitel: Solarbabies (1986)
Regie: Alan Johnson Drehbuch: Walon Green & D.A. Metrov
Darsteller: Jason Patric, Jami Gertz, Lukas Haas FSK: 16


Wir schreiben das Jahr 41 nach dem Big Bang.

Boys & Babes with Toys & Blades
Wasser ist ein knappes Gut auf der Erde, der Großteil der Jugendlichen lebt in Waisenhäusern, die vom E-Protektorat, der neuen faschistischen Regierung, geführt werden. Versuche, herauszufinden, ob es hinter dem ’Wasteland’ noch etwas anderes gibt, werden streng geahndet. In Arenen tragen die Teens auf Rollerblades Hockey-Turniere aus. Die ’Solarbabies’, unsere kleine Gruppe von Protagonisten ist eine der besten Mannschaften. Als der kleine, gehörlose Daniel eine seltsam leuchtende Kugel findet, ändert sich ihr Leben schlagartig. Das fremde Gebilde gibt nicht nur Daniel seine Hörkraft wieder, sondern weckt auch in den Jugendlichen neue Gefühle und Ideen.
Also schnappen sich die ’Solarbabies’ ihre Rollschuhe und machen sich auf den beschwerlichen Weg durch’s Ödland, um eine bessere Welt zu finden, während die Schergen der unerbittlichen E-Polizei an ihren Fersen hängen, um sie zur Re-Education (sprich Gehirnwäsche) zurück ins Lager zu schleppen…

Manchmal ist es erstaunlich, wie man völlig ahnungslos (und beinahe ungläubig) im abgenudeltsten Sub-Genre noch den einen oder anderen Glücksgriff finden kann, der es tatsächlich vermeidet, (zumindest) alle gängigen, zig mal ge-, ver-, und missbrauchten Klischees erneut aufzuwärmen.

Voltrons Buder: FOLTRON
Ja, ich gebe zu, es hat schon etwas Putziges, um nicht zu sagen Lächerliches, die Kids auf Rollerblades durch die Wüste rollern zu sehen, während nostalgischer Eighties-Pop aus den Boxen rudert.
Verdammt, mitten im Film gibt es sogar eine Szene, die nicht von ungefähr an das Verbrennen eines Barbaren-Dorfes erinnert. Auch dass die Jungs und Mädel sogar in der Disko nur auf ihren Rollerblades unterwegs sind, soll hier nicht verheimlicht werden. Das Wort Trash drückt sich einem hier also regelrecht auf. Aber es ist hochwertiger Trash, mit sehr viel Herz und einer soliden Story. Sicherlich nicht zuletzt dank des Scripts von Walon Green (der auch William Friedkin geschmähtes Meisterwerk ’Sorcerer’ adaptierte und die Story zu ’The Wild Bunch’ mitverfasste).
Hinter der Kamera stand Alan Johnson, dessen einzige weitere Regie-Arbeit die verteufelt komische Mel Books-Posse ’Sein oder nicht Sein’ war (Brooks fungierte übrigens auch als Produzent bei ’Solarfighters’).
Ebenfalls erstaunlich ist die große Anzahl namhafter (Jung-)Darsteller, die sich hier präsentiert. Mit dabei sind Jason Patrick und Jami Gertz (‘The Lost Boys’), Peter de Luise (’21 Jump Street’), Adrian Pasdar (‘Near Dark’), Lukas Haas (‘Mars Attacks’), sowie Bruce Payne (‘Dungeons & Dragons 2’), Charles Durning (’Hudsucker’) und Terence Mann (‘Critters 2’).

“Maajaaaa, Flip, Kassandra!? Wo seiiiid ihr?!?!“

Sicherlich ist ’Solarfighters’ nicht das ’Halleluja’ des Endzeit-Films, aber definitiv eine gern gesehene Abwechslung aus dem postapokalyptischen Einerlei lahmärschiger ’Lonesome Ranger’-Gurken. Der Film versprüht diesen gewissen Charme, den man vor langer, langer Zeit spürte, wenn irgendjemand von irgendwoher mal wieder einen neuen Film vorbeibrachte, der einen für anderthalb Stunden den Rest der Welt vergessen ließ.
Versteht ihr, was ich meine? Nein? Dann kann ich euch auch nicht weiterhelfen…

Hudson