Snake House



Originaltitel: Bloody psycho - Lo specchio (1989)
Regie: Leandro Lucchetti Drehbuch: Leandro Lucchetti & Giovanni Simonelli
Darsteller: Peter Hinz, Louise Kamsteeg, Nubia Martini FSK: 18


“Vorsicht Kumpel. Dieses Schloss ist… verfluuucht!“

Ganz Doll...
Ja nee, is klar. Unseren als Hauptdarsteller angepriesenen Staubsaugervertreter hält das von seinen parapsychologischen Investigationen in besagtem Schloss natürlich nicht ab. Dr. Werner Vogler (hager, Brille, dünner Schnäuzer, Kackfresse und Kacksynchro) will eigentlich die gelähmte Hausdame heilen, wird dann jedoch mit ominösen Gespenster-Stories konfrontiert, auf die er Madame und ihr dekadentes Gefolge auch gleich anspricht. Verwirrt von den Fragen des jungen (und furchtbar hässlichen) Mannes, lässt sie ihr Kaffee-Service auf den Boden fallen und ruft ihre adrette Dienerin herbei:
“Aber wie oft soll ich dir noch sagen, dass man auf den Knien putzt. Knie dich hin! … Wie eine Hure!“
Tut mir leid, jetzt bin ich schon wieder ins Detail gegangen. Weiter im Text:
Dr. Vogler (auf dem deutschen VHS Cover als ’Voegler’ aufgeführt) nistet sich erst einmal ein und wird schon in der ersten Nacht von absurden Visionen und Erscheinungen heimgesucht: Hände stechen Messer in Rücken, Puppen juckeln auf Treppenabsätzen herum und verbrannte Leichen düsen im Rollstuhl herum. Hexerei? Magie? RTL 2-Nachtprogramm? Wollen wir es wirklich wissen? Herr Dr. Voegler will und voegelt sich erst einmal durch die Betten des Anwesens…

Hilfe... HILFE!
Jetzt mal Spaß beiseite! Wenn der Zuschauer sich zwingen muss, auf den Film zu achten und nicht etwa aus dem Fenster zu kucken oder den Fußboden nach Unebenheiten abzusuchen, dann haben die Macher des Filmes ganz gewaltig neben die Tüte gekotzt.
Angeblich hat Lucio Fulci etwas mit dieser schmierigen Entschuldigung für einen Horrorfilm zu tun und ja, ich könnte mir das vielleicht auch vorstellen, denn ich bin der letzte, der sich Fulci-Fan nennt. Dann aber wieder doch nicht, denn selbst das, was ich von Fulci bisher gesehen habe, war zu keiner Sekunde so schlecht, wie der beste Moment von ’Snake House’ (aber ich bin wahrlich kein Fulci-Experte, also verbessert mich ruhig).
Die Darsteller sind so schlecht, dass selbst Ed Wood sie achtkantig vom Set geworfen hätte und die deutsche Syncro ist so dilettantisch, dass mir kein Vergleich einfallen will. Die zweitklassigen Effekte und die schwummrige Schauer-Musi aus der Konserven-Orgel sind noch das anständigste an diesem Rohrkrepierer und über die hätte ich mich in einem anderen Film auch beschwert. So verschiebt man Maßstäbe, meine Damen und Herren!
Der Höhepunkt in Sachen ’Das gibt’s doch nicht!’ ist Hauptdarsteller Peter Hinz, der Gott weiß wo von den Casting-Verantwortlichen aufgegabelt wurde. (Erwähnte ich schon, was für eine hässliche Kotzfresse der Typ hat?) Wenn er wie ein verhärmtes Muttersöhnchen in der Gegend herumsteht und zu Country-Gedudel Pferde und Kühe auf der Weide anschaut, dann weiß auch der letzte am Apparat, dass er im völlig falschen Film ist.

Mord sei Dank. Das Ende naht.

“Die Geschichte ist unglaublich. Wenn ich die schreibe, werden mich alle für verrückt halten. Aber es wär ein guter Film.“

NEIN! Wenn ’Snake House’ nicht gerade sterbenslangweilig, konfus oder abgrundtief lächerlich daher kommt, ist er widerlich, nervraubend und einfach nur dumm.
Einen solchen Film kann man nur zwischen ’Wahrscheinlich einer der schlechtesten Filme aller Zeiten’ und ’Ganz sicher einer der schlechtesten Filme aller Zeiten’ packen. (Tendenz Richtung ’Wahrscheinlich sogar der schlechteste Film aller Zeiten’!)


PS: Der Film hat weder etwas mit dem deutschen Titel (’Snake House’), noch etwas mit dem deutschen Cover (’Snake Axe’) zu tun.
PPS: Und wenn wir schon dabei sind: Mit dem amerikanischen Titel (’Bloody Psycho’) auch nix.


Hudson