Slithis


‘Hell hath no fury...like Slithis’


Originaltitel: Spawn of the Slithis (1978) Regie & Drehbuch: Stephen Traxler
Darsteller: Alan Blanchard, Judy Motulsky, J.C. Claire FSK: 18


Kopfkino-Pictures prustly presents...

“Das is’n Science Fiction-Roman, Mann. Davon träumst du nur!”

In Los Angeles geht das prankende Grauen um. Nachdem Tierkadaver nebst ekliger Substanz an den Stränden von Muscle Beach auftauchen, liegen bald auch menschliche Leichen auf den Gehsteigen von Venice. Die Polizei geht von rituellen Gaga-Morden aus, aber Highschool-Lehrer, Tom Jones-Double und verkappter Journalist Wayne Connors recherchiert die Vorfälle etwas eindringlicher (will sagen: er labert eine halbe Stunde lang mit diversen Pennern der Gegend) und lässt Proben der Substanz im Labor analysieren. Tada: Radioaktive Quirlkacke. Schuld ist natürlich das AKW ein paar Straßen weiter. Diverse Labereien später ist sich Wayne sicher: Hier läuft ein mutiertes Monster Amok. Das glaubt ihm trotz stichhaltiger Beweise natürlich kein Mensch, nicht einmal der psychopathische, ermittelnde Bulle. Tja, dann prankt das Monster halt noch ein bissel weiter, während Connors seine Labereien fortsetzt…

“Ich hätte in Australien bleiben sollen. War viel besser als Vietnam. Nur die Huren waren teurer. Aber dafür auch besser. Nutte bleibt Nutte.“

Quatsch die Wand an. ’Slithis’ ist einer jener schrottigen Monster-Schlocker, die sich nicht davor scheuen, eine Dialog-Option nach der anderen wahrzunehmen und seine Zuschauer damit stilsicher in den Schlaf zu gurken. Es wird gelabert und gequatscht, bis einem das pseudowissenschaftliche Radioaktiv/Mutation/-Geseier aus den Ohren herausquillt. Wenn nach einer dreiviertel Stunde endlich das amüsant gefertigte Monster (irgendwo zwischen ’Creature from the Black Lagoon’ und explodierter Bockwurst) auftaucht, ist man froh, dass man aus dessen Gegrunze keinen Sinn machen muss.
Regisseur und Autor Stephen Traxler (Ko-Produzent bei ’Tatsächlich Blond 2’!) inszenierte seinen tranigen Öko-Prankhorror mit unbekannten und herzlich wenig engagierten Darstellern und würzte das zähe Geschehen mit absurd wirkenden Zeitlupe-Szenen und etwas 70er-Lokalkolorit (Schildkröten-Rennen waren damals der letzte Schrei).

“Was war’s.“
“Mann, woher soll ich das wissen, irgendwie hat’s ausgesehen wie ’ne große schleimige Eidechse vielleicht auch wie ’n Drachen. Aber es hatte ein Fischmaul. Vielleicht war’s auch 'ne kleine weiße Maus. Vielleicht hab ich aber auch gar nichts gesehen. Ich war besoffen.“
“Doch du hast was gesehen.“

[burt]Jaaaaaa...[/burt]

Ich hab’s auch gesehen. Es hieß ’Slithis’, war das 614. prankende Gummimonster der Filmgeschichte, brachte nichts Neues auf den Schirm und zu viel Gequatsche aufs Ohr, als dass irgendeiner hier die Narrenkappe des Zuschauer aufsetzen sollte. Solche Filme hat Roger Corman bereits in den 50er im Dutzend billiger fabriziert und selbst die gurkigsten von denen waren weitaus amüsanter als ’Slithis’.



PS: Aber witziges deutsches Alternativ-Cover...





























Hudson