Slaves of the Realm


‘Chained Sinners: Medieval Fleshpots’


Originaltitel: Sins of the Realm (2003)
Regie: Lloyd A. Simandl Drehbuch: Chris Hyde
Darsteller: Rena Mero, Daniela Krhutova, Lucie Vondrácková FSK: unbekannt


Irgendwann, in den frühen Stunden der Erschaffung von FilmFlausen, hatte ich mir vorgenommen, jeder existierenden mittelalterlichen Fantasy-Galosche ein Review zu verpassen. Warum, weiß ich heute nicht mehr genau. Hat womöglich mit meiner bedingungslosen Liebe zu Schwertern, Fellschürzen und Gummimonstern zu tun.

’Slaves of the Realms’ ist ein einziges “Das hast du jetzt davon!“

Oh...

Ich gebe an dieser Stelle zu, die erste Hälfte von ’Chained Sinners: Medival Fleshpots’ (Alternativ-Titel, der sich wie folgt übersetzt: ’Angekettete Sünder: Mittelalterliche Fleischtöpfe’) mit glasigen, unbeteiligten Augen betrachtet zu haben. Ich konnte einfach nicht fassen, dass so viele osteuropäische ähem “Darstellerinnen“ in knappen Leibchen so lange vor der Kamera verbringen, ohne sich endlich auszuziehen.
Dementsprechend vage fällt auch meine Inhaltsangabe aus:
Halbnackte Weiber kriegen es einfach nicht gebacken, sich komplett nackt zu machen. Ende.

Hm...

Nur Spaß! Natürlich kriegen es ein paar von ihnen früher oder später gebacken. Aber einen konkreten Inhalt aus dieser ’König stirbt - sein Sohn braucht ’ne Olle - halbnackte Sklavenweiber melden Interesse an’-Posse zu klamüsern, ist gar nicht so einfach.
Hier kommt WWE-Schickse Rena Maro ins Spiel. Sie soll die Auserwählte sein, doch da gibt es auch die böse Schwester des Königssohns, eine miese Mieder-Mätresse, die alle viertel Stunde bei Fechtübungen Mitglieder ihres Hofstaates umbringt und in furchtbarem Akzent lächerliche Drohungen ausspuckt (“Break her spirits. Guards!“), während in den Sklaven-Minen der Schweiß ins Dekolleté perlt und Harfenklänge zum Takt der knallenden Peitschen spielen…

Hui...

Aber wem erzähl ich das eigentlich?
Selten hatte ich ein so starkes Bedürfnis, einen Film einfach auszuschalten und seine Existenz einfach zu leugnen. Natürlich verbietet mir das die Reviewer-Ehre, aber in den Statuten internationalen Rezensententums (die ich mir gerade ausgedacht habe) steht nichts davon, dass ich mich intellektuell mit einem solchen Film auseinandersetzen muss.

“Something is not right. There is danger above. I can taste it in the air, like woodsmoke from a distant fire.“

Joa...

Darum schlüpfen wir gleich zum Fazit: ’Slaves of the Realm’ sieht auf den ersten Blick aus wie die Softporno-Variante einer ’Xena’-Folge, hat aber weder deren Ausstattungsstandard, noch dessen Action-Anteil, geschweige denn die fähigen Darsteller. Ach und Porno gibt’s hier auch nicht, falls sich das der eine oder andere Leser mit der Hand an der Frucht gerade fragt. Die Macher hatten nicht einmal den Anstand, ein paar absurde Szenen unterzubringen, über die ich mich hier lustig machen kann. So wenig Inhalt und Schauwert (nämlich null) auf 100 Minuten verschmiert, das ist schon eine Leistung für sich. Freunde trashiger Fantasy haben hier genau so wenig zu suchen, wie Sleaze-Afficionados oder Leute, die einfach zu dämlich sind, abzuschalten. Strengt euch mal an. Drückt den Ausknopf. Ihr dürft von dem Recht jederzeit Gebrauch machen.


Hudson